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84 Anzeigen bei Rechtsrockfestival

Themar. Bis zu 2.243 Neonazis haben am Wochenende am Rechtsrockfestival in Themar im Süden Thüringens teilgenommen – laut Polizei waren sie aus der gesamten BRD und Ländern wie Frankreich, Italien, Kroatien, Norwegen und Russland angereist. Der Verfassungsschutz hatte nur mit bis zu 1.500 Besuchern gerechnet. Bei Protesten gegen das Festival waren nach Polizeiangaben vom Sonntag zeitweise 300 Menschen auf den Straßen Themars unterwegs. Um an die Opfer rechter Gewalt in Deutschland seit 1990 zu erinnern, trugen sie Holzkreuze vor das Festivalgelände. Die Proteste seien »störungsfrei« verlaufen, hieß es. Gegen einen Demonstranten wurde laut Polizei Anzeige erstattet – weshalb, blieb vorerst unklar. Auf seiten der rechten Festivalbesucher registrierte die Polizei 84 Anzeigen, die meisten wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, zwei wegen Volksverhetzung, aber auch wegen Drogendelikten. Bereits am Freitag hatten laut Polizei einige Festivalbesucher den Hitlergruß gezeigt. Ein 33 Jahre alter Besucher habe einem 27jährigen Journalisten ins Gesicht geschlagen. Bereits 2017 hatte es in der Kleinstadt ein Rechtsrockkonzert gegeben – das bundesweit wohl größte des Jahres. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.06.2018, Seite 15, Antifaschismus

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