Aus: Ausgabe vom 11.06.2018, Seite 2 / Ausland

China mahnt Kooperation an

Globale Wirtschaft stand im Mittelpunkt des Gipfeltreffens in Shanghai

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Gemeinsam für mehr Handel: Sitzung der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit am Sonntag in Qingdao

Der chinesische Präsident Xi Jinping hat auf dem Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) in der ostchinesischen Stadt Qingdao zu mehr globaler Zusammenarbeit aufgerufen. Die nur auf sich selbst gerichtete und »kurzsichtige Politik der geschlossenen Türen« müsse beendet werden, sagte Xi am Sonntag. Gleichzeitig forderte er den Abbau von Spannungen im globalen Handel. »Wir müssen die Regeln der Welthandelsorganisation aufrechterhalten, das multilaterale Handelssystem unterstützen und eine offene globale Wirtschaft aufbauen«, erklärte Xi.

Die Gesprächsrunde vorwiegend asiatischer Staaten fand in diesem Jahr am selben Wochenende wie der Gipfel der sogenannten G 7 in Kanada statt. Der chinesische Präsident warb für einen weiteren Ausbau der 2001 gegründeten SCO-Gemeinschaft, die schon jetzt 20 Prozent des Welthandels und 40 Prozent der globalen Bevölkerung ausmache. Eine »größere Stärke« der Organisation bedeute auch eine größere Aufmerksamkeit der »internationalen Gemeinschaft«.

Auf Einladung Chinas nahmen unter anderem Russlands Präsident Wladimir Putin, Indiens Premierminister Narendra Modi, Irans Präsident Hassan Rohani sowie die Staatschefs von Belarus, Pakistan, Afghanistan, Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan an dem Treffen teil.

Putin nutzte die Zusammenkunft, um Vorwürfe der G-7-Staaten gegen ihn zurückzuweisen. Diese hatten Moskau in ihrer Abschlusserklärung zu einem Ende destabilisierender Handlungen aufgerufen. »Diese Solidarität steht auf tönernen Füßen«, sagte er. »Wir müssen dieses kreative Geschwätz beenden und zu konkreten Fragen echter Zusammenarbeit übergehen«. Gleichzeitig zeigte Putin sich offen für ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump. »Sobald die USA bereit sind, kann dieses Treffen stattfinden«, erklärte er. Seit Trumps Amtsantritt 2017 hat es noch kein bilaterales gegeben.

Auf dem Gipfel in Qingdao verurteilte zudem der iranische Präsident Rohani, dass die USA das Wiener Abkommen aufgekündigt hatten. Dies sei das jüngste Beispiel für einen Alleingang und für die Missachtung der Entscheidungen der internationalen Gemeinschaft durch Washington, erklärte er. »Die Bemühungen der USA, ihre Politik anderen aufzuzwingen, wachsen sich zu einer Bedrohung für alle aus«, sagte Rohani am Sonntag. (dpa/Reuters/jW)


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