Aus: Ausgabe vom 25.05.2018, Seite 16 / Sport

Nicht stehenbleiben

Albions Pascal Groß gehört nicht zu den großen Namen der Premier League. Trotzdem ist er einer der Besten.

Von Rouven Ahl
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Vorlagenspezialist: Pascal Groß (hier noch beim FC Ingolstadt, 2017)

Als Pascal Groß letzten Sommer vom Bundesliga-Absteiger FC Ingolstadt zum Premier-League-Aufsteiger Brighton & Hove Albion wechselte, interessierte das nur die wenigsten. Trotz einer für England lächerlichen Ablöse von drei Millionen Euro hatten die Seagulls viel investiert: Laut Süddeutscher Zeitung hatte sich der Verein eineinhalb Jahre lang um den damals 26jährigen bemüht und u. a. einen 50seitigen Bericht über ihn angefertigt. In dem dürfte gestanden haben, was für ein begnadeter Passgeber und Vorbereiter der gebürtige Mannheimer ist. Bereits in seiner ersten Bundesliga-Saison mit Ingolstadt führte er laut der Fußballstatistikseite Whoscored das Oberhaus in Sachen Vorlagen zu Torschüssen pro Spiel an. Ein Jahr darauf landete er in dem Ranking auf Platz zwei.

In England erzielte der Mittelfeldspieler in seinem Premierenjahr sieben Tore und bereitete weitere acht vor – der beste Wert bei Torvorlagen eines Spielers von einem Verein außerhalb der Top sechs der Premier League. Er war an knapp der Hälfte aller Brighton-Treffer direkt beteiligt. Seinen vielleicht größten Moment im Brighton-Dress erlebte Groß Anfang Mai dieses Jahres, als er den Treffer zum 1:0-Erfolg über Manchester United erzielte. Ein Tor, das dem Aufsteiger den vorzeitigen Klassenerhalt sicherte. Trainer Chris Hughton bescheinigte seinem Schützling schon zuvor eine »herausragende Saison.«

Auch sein ehemaliger Trainer bei Ingolstadt, Ralph Hasenhüttl, ist begeistert von den Fähigkeiten seines früheren Spielmachers: »In engen Räumen findet Pasci durch seine Handlungsschnelligkeit immer eine Lösung, egal auf welchem Niveau«, sagte Hasenhüttl der Süddeutschen. Trotz seiner Fähigkeiten beansprucht Groß jedoch keine Sonderrolle innerhalb des Teams: »Mit Einzelkönnern, die sich selbst der Nächste sind, gewinnt man nichts. Gerade bei uns bedarf es elf Spieler, die alles geben. Da könnte ich es mir gar nicht erlauben, vorne stehenzubleiben.«

Groß, der bereits mit 17 sein Bundesligadebüt für die TSG Hoffenheim gab, war noch nie ein Spieler für das Rampenlicht. Lieber lässt er mit seinen Pässen und seinem Spielverständnis andere glänzen. Trotz aller Zurückhaltung – mit seinen Leistungen dürfte sich Groß auch für große Vereine interessant gemacht haben. Nur ein Schnäppchen dürfte er nicht mehr sein.

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