Aus: Ausgabe vom 26.04.2018, Seite 1 / Ausland

Weitere Gebiete in Syrien befreit

Armee nimmt Region Ostkalamun ein. Geberkonferenz in Brüssel

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Abreise aus Ostkalamun: Vor dem Einrücken der Regierungstruppen wurden die verbliebenen Dschihadisten abtransportiert

Syriens Armee hat die vollständige Kontrolle über die Region Ostkalamun übernommen, nachdem die letzten Aufständischen das Gebiet rund 60 Kilometer nordöstlich von Damaskus im Zuge einer Vereinbarung mit der Regierung verlassen haben. Das staatliche Fernsehen meldete am Mittwoch, der Abzug der »Terroristen« und ihrer Familien sei abgeschlossen, die Regierungstruppen seien in das Gebiet eingerückt. Das syrische Fernsehen zeigte Aufnahmen von Menschen, die in Straßen von Al-Ruhajba, Dschajrud und Al-Nasirija mit Jubel Polizeifahrzeuge begrüßten.

Unterdessen hat die deutsche Bundesregierung auf einer internationalen Geberkonferenz zusätzliche Hilfen für Syrien-Flüchtlinge in Höhe von einer Milliarde Euro zugesagt. Bundesaußenminister Heiko Maas sagte am Mittwoch in Brüssel, damit werde das Engagement auf dem bisherigen hohen Niveau weitergeführt. Die Organisatoren der Konferenz – die Europäische Union (EU) und die Vereinten Nationen (UN) – hofften, die Spendensumme von 5,6 Milliarden Euro im Jahr 2017 übertreffen zu können. Die Lage in Syrien ist nach Worten von UN-Generalsekretär António Guterres nach sieben Jahren Krieg »erschütternd«. Mittlerweile lebten 13 Millionen Menschen unter schlechten Bedingungen, 5,6 Millionen seien geflohen. »Attacken auf zivile Einrichtung und Krankenhäuser sind Normalität.« Die EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini forderte politische Gespräche unter Leitung der UN. Opposition und Regierung sowie ihre Verbündeten müssten an einen Tisch.

Die russische Delegation kritisierte, dass zur Geberkonferenz keine Regierungsvertreter aus Syrien eingeladen waren. »Das ist ein Fehler«, sagte der russische EU-Botschafter Wladimir Tschischow am Mittwoch zu Beginn des zweiten Konferenztages. Man rede bei dem Treffen darüber, was das syrische Volk brauche. Da hätte es jemanden geben sollen, der die syrische Bevölkerung vertritt. (Reuters/AFP/dpa/jW)

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