Aus: Ausgabe vom 03.03.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Schuldige gefunden

RBB vor Ort | Do., 21.00, RBB

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Demonstration im brandenburgischen Cottbus am 24.2.2018. Aufgerufen hatte der Verein »Zukunft Heimat«

Die Politik müsse die Sorgen der Menschen ernst nehmen, heißt es immer, wenn gegen die Aufnahme von Flüchtlingen demonstriert wird. Wie zuletzt am 24. Februar, organisiert vom Verein »Zukunft Heimat«, in Cottbus. Laut aktueller RBB-Umfrage lehnen 72 Prozent der Einwohner von Cottbus die »Flüchtlingspolitik der Kanzlerin« ab. Nach mehreren Vorfällen, bei denen Geflüchtete als Angreifer aufgetreten sein sollen, sei die Situation so, »dass viele Menschen es so nicht weiter aushalten wollen«, sagt im RBB-Talk am Donnerstag abend Christoph Berndt von »Zukunft Heimat«. Sicher bzw. eher sicher fühlt sich in seiner Stadt laut RBB dennoch die Mehrheit (Frauen 63, Männer 67 Prozent). Außer einer diffusen Verunsicherung wird von seiten der »besorgten« Cottbuser an diesem Abend nichts geäußert. Ein junger Migrant, der den Hass in der Stadt nicht verstehen kann, wird von ihnen ausgebuht. Ein Mann aus dem Publikum hatte zuvor behauptet, der Islam wolle nichts anderes, als die Deutschen zu »unterwerfen«. Soziale Ängste und Sorgen werden nicht geäußert. (mis)

Die Sendung in der RBB-Mediathek: https://kurzlink.de/RBB-vor-ort


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