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Krippendorff gestorben

Der Politikwissenschaftler Ekkehart Krippendorff, einer der Begründer der Friedensforschung in Deutschland, starb in der Nacht zu Dienstag im Alter von 83 Jahren in Berlin. Krippendorff war von 1978 bis 1999 Professor am Institut für Nordamerikastudien der FU Berlin. Mit seinen pazifistischen Positionen, beispielsweise seiner Forderung nach einer »Bundesrepublik ohne Armee«, lieferte er Argumente für die Friedensbewegung. Das von ihm herausgegebene Buch »Friedensforschung« (1970) gilt als Standardwerk. Aufgrund seiner linken Positionen gab es um seine Person mehrfach Aufregung. 1965 wurde sein Vertrag als Assistent im Fachbereich Politische Wissenschaft der FU nicht verlängert, weil Krippendorff die Unispitze kritisierte, nachdem diese Einladungen der Studenten an den damaligen Enthüllungsreporter Erich Kuby und den Philosophen Karl Jaspers widerrrufen hatte. Das löste heftige Proteste aus. 1973 verhinderte der Theologe und baden-württembergische Kultusminister Wilhelm Hahn eine Berufung Krippendorffs zum Professor an der sogenannten Reformruniversität Konstanz mit der Begründung, dieser sei »ein Feuilletonist«. 1985 veröffentlichte er seine staatskritische Monographie »Staat und Krieg« mit dem Untertitel »Die historische Logik politischer Unvernunft«. 2012 kamen seine »zehn autobiographischen Versuche« unter dem Titel »Lebensfäden« heraus. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 01.03.2018, Seite 10, Feuilleton

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