Aus: Ausgabe vom 12.02.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Aussichtsloses Unterfangen

Dok 5 | So., 9.15, WDR 5

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Die Ibrahim-Rugova-Autobahn, die das Kosovo mit Albanien verbindet, war ein formidables Geschäft für die US-Baufirma Bechtel. Den Kosovo-Albanern bringt sie bisher herzlich wenig.

Am 17. Februar 2008 erklärte das Kosovo seine Unabhängigkeit. Damals begann die EU die Rechtshilfemission Eulex. Tausende Polizisten, Staatsanwälte und Richter wurden in die abgespaltene serbische Provinz geschickt, um dort Recht und Gesetz Geltung zu verschaffen. Ein aussichtsloses Unterfangen, wie Zoran Solomun in seinem Radiofeature »Kosovo Highway« festhält. Beispiel ist die 2013 eröffnete Ibrahim-Rugova-Autobahn, die Pristina mit Albanien verbindet. Eine Milliarde Euro hat sie gekostet, ein Viertel des jährlichen Staatshaushalts. Wirtschaftlich ist die Verkehrsverbindung bedeutungslos. Der Außenhandel verläuft weitgehend über Serbien und Mazedonien. Der Auftrag war außer Konkurrenz an die US-Firma Bechtel vergeben worden. Am Zustandekommen des Geschäfts beteiligt war der damalige US-Botschafter in Pristina, Christopher Dell. Er wurde von dem Konzern mit einem Posten belohnt. Das durften die EU-Beamten in der Presse nachlesen, unternehmen konnten sie dagegen nichts. (jt)


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