Aus: Ausgabe vom 09.02.2018, Seite 16 / Sport

Bochumer Karussell

Fußball-Zweitligist VfL Bochum hat schon wieder seinen Trainer entlassen. Mit Coach Rasiejewski muss auch Sportvorstand Hochstätter gehen

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Bochum. Die Krise beim taumelnden Fußball-Zweitligisten VfL Bochum spitzt sich immer weiter zu: Nach einer bislang völlig verkorksten Saison und vier Niederlagen in Serie hat der Ruhrgebietsklub seinen Trainer Jens Rasiejewski und den Sportvorstand Christian Hochstätter entlassen. Zu Saisonbeginn galt Bochum noch als Aufstiegskandidat. »Diesen Entschluss haben wir uns nicht leicht gemacht. Wir sind uns aber bewusst, dass wir im Kampf um den Klassenerhalt vor einem bedeutenden Spiel gegen Darmstadt stehen, für das wir alle Kräfte bündeln müssen«, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Peter Villis am Mittwoch abend laut VfL-Homepage.

Hochstätters Aufgaben wird der ehemalige VfL-Profi Sebastian Schindzielorz übernehmen, der bisherige Kotrainer Heiko Butscher wird die Mannschaft beim wichtigen Kellerduell gegen den Drittletzten Darmstadt 98 (heute, 18.30 Uhr) betreuen. Der ehemalige Innenverteidiger Butscher ist bereits der vierte Trainer des Tabellenvierzehnten in dieser Saison. Vor Rasiejewski, der erst im Dezember einen Vertrag bis 2019 unterschrieben hatte, war Ismail Atalan bis Anfang Oktober nur 91 Tage lang im Amt. Bereits zweieinhalb Wochen vor dem Ligastart hatte der VfL sich von Gertjan Verbeek getrennt.

Hochstätter, der seit Juni 2013 in Bochum war, gab im Zuge der Atalan-Entlassung bereits Fehler zu: »Ich habe mich in der Einschätzung des Trainers getäuscht. Das ist mein Fehler, und dazu stehe ich.« Zudem überwarf sich der 54jährige mit Kapitän Felix Bastians und suspendierte den Publikumsliebling zwischenzeitlich. Ende Januar wechselte Bastians zu Tianjin Teda in die chinesische Superliga. In der Summe zuviel für Hochstätter. Doch nicht nur im Vorstand lief in dieser Spielzeit einiges schief. Auch in Villis’ Aufsichtsrat herrschte wenig Einigkeit. Im Dezember legten Frank Goosen und Matthias Knälmann ihre Mandate in dem Kontrollgremium nieder. Sie begründeten ihre Schritte mit »grundlegend unterschiedlichen Vorstellungen über die Ausgestaltung der Zusammenarbeit innerhalb des Aufsichtsrats«.

Um die Kontrolle auf und neben dem Platz nicht vollends zu verlieren, brauchen die Herren von der Castroper Straße gegen Darmstadt unbedingt einen Erfolg. Nach dem kommenden Auswärtsspiel in Heidenheim erwarten den VfL mit dem 1. FC Nürnberg, dem FC Ingolstadt und Holstein Kiel durchweg Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel. (sid/jW)


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