Aus: Ausgabe vom 09.02.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Das Geschlechtliche

Sein und Streit | DLF Kultur, Mediathek

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Foucault-Fans aller Fakultäten werden die Finger feucht: Es erscheint doch, das letzte Buch des Rollkragentheoretikers (weiß), der sich posthume Veröffentlichungen strikt verbat. Aber was ist schon der Wille zur Werkkontrolle, wenn »der Mensch verschwindet, wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand«? Deshalb darf der vierte Band von »Sexualität und Wahrheit« Gallimard nun doch die Bilanz retten. »Die Geständnisse des Fleisches« heißt das Opus und bleibt nichts schuldig, was das Fanherz ersehnt: Eingehende Kirchenväterlektüre zu allem, was Sie schon immer über die frühchristliche Sexualdisziplin wissen wollten, aber Zizek nie zu fragen wagten. Darf man seine Frau begehren? Was trieben Adam und Eva im Paradies? Und welche theologischen Probleme bereiteten dem Heiligen Augustinus unwillkürliche Erektionen? Also Lesebefehl. Denn schon Hacks wusste: »Das Weh der Welt erfährt beträchtliche / Erhellung doch durch das Geschlechtliche.« (pm)


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