Aus: Ausgabe vom 05.02.2018, Seite 8 / Ansichten

Rechnung des Tages: G-20-Kosten

Von Kristian Stemmler
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Bereitschaftspolizisten während Protesten gegen den G-20-Gipfel in Hamburg

Mancher fragt sich bis heute, warum die Großübung zur urbanen Aufstandsbekämpfung im Juli 2017 in Hamburg unter dem Kürzel »G 20« abgehalten worden ist. Dabei ist die Antwort doch ganz einfach: G steht für Gruppe und die 20 bezieht sich auf die 16 Länderpolizeien, die das Manöver abgehalten haben, plus Bundespolizei, Bundeskriminalamt (BKA), Bundeswehr und dem Bundespresseamt als Propagandaabteilung. Dass die Übung nicht ganz billig war, versteht sich, vor allem weil man das Ganze realistisch gestalten wollte und echte Staatschefs und echte Autonome eingeladen hatte.

Mal im Ernst: Der G-20-Gipfel war für den Steuerzahler tatsächlich ein teures Vergnügen. Allein der Bund hat rund 72,2 Millionen Euro für das Treffen springen lassen, wie die Deutsche Presseagentur am Sonntag berichtete. Mindestens. Die Zahl stammt aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Hamburg hat seine Kosten übrigens noch nicht beziffert, nur eingeräumt, dass die vom Bund überwiesenen 50 Millionen Euro nicht reichen.

Was schon im Vorfeld klar war, denn 50 Millionen Euro hat Bayern beim G-7-Gipfel in Elmau allein für Unterkunft und Verpflegung von Polizisten anderer Bundesländer hingelegt, und das waren nur 6.000. In Hamburg waren mehr als 31.000 Beamte im Einsatz, davon etwa zwei Drittel aus anderen Bundesländern.

Das kostet nun mal. Man bedenke, was allein die bei G 20 eingesetzten 44 Wasserwerfer, 20 Hubschrauber und die Räumpanzer an Sprit verbraucht oder wieviel Heuballen die 120 Polizeipferde verputzt haben. Für die Polizisten gab es übrigens Dosenbrot, Gummibärchen und Jagdwurst. Auf den Wurstdosen prangte ein eigens für den Einsatz kreierter Aufkleber: »Wer alles gibt, braucht echte Stärkung«. Und das ist kein Witz.


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