Aus: Ausgabe vom 15.01.2018, Seite 7 / Ausland

Solidarität mit Venezuela

Hochrangige Delegation gibt auf Rosa-Luxemburg-Konferenz Einblicke in die Kämpfe der Bolivarischen Republik

Von Volker Hermsdorf
Auf der XXIII. Rosa-Luxemburg-Konferenz wird am 13. Januar 2018 die »Berliner Erklärung« verlesen, die Solidarität mit der Bolivarischen Republik Venezuela fordert
Warnte vor einem Angriff der USA: William Castillo, stellvertretender Außenminister Venezuelas
Zur Lage in Venezuela: Die Podiumsteilnehmer zusammen mit jW-Redakteur André Scheer (l.)
Voneinander lernen: Carolus Wimmer, Internationaler Sekretär der KP Venezuelas

Mit stehendem Applaus und dem lateinamerikanischen Schlachtruf der Linken »El pueblo unido jamás será vencido« (das einige Volk wird niemals besiegt werden) verabschiedete die Rosa-Luxemburg-Konferenz am Nachmittag die Berliner Erklärung »Solidarität mit Venezuela bleibt unsere Sache«. In der Resolution fordern die Teilnehmer »ein Ende der ausländischen Einmischung insbesondere der USA und der Europäischen Union – einschließlich der deutschen Bundesregierung – in die inneren Angelegenheiten der Bolivarischen Republik Venezuela«.

Eine neunköpfige Delegation, zu der Vertreter sozialer Organisationen, Intellektuelle sowie der stellvertretende Außenminister William Castillo gehörten, hatten die Konferenz zum Anlass genommen, aus dem südamerikanischen Land nach Berlin zu reisen.

Castillo berichtete den Teilnehmern über Details einer, wie er es nannte, »zweigleisigen Kampagne«, mit der vor allem die USA versuchten, die Bolivarische Revolution zu zerstören. Venezuela werde politisch, wirtschaftlich und militärisch angegriffen, sagte der Minister. Mit Unterstützung der großen Medienkonzerne werde das Land als Diktatur oder zumindest als gescheiterter Staat denunziert, in dem eine entrechtete Bevölkerung unter Hunger und Verfolgung leide. Zugleich gebe es eine direkte Einmischung in Form ökonomischer Blockaden, politischer Drohungen und bewaffneter Angriffe von Paramilitärs.

Der Intellektuelle und Publizist Luis Britto García warf den internationalen Medienkonzernen vor, das Land in Komplizenschaft mit einheimischen reaktionären Kräften und deren Unterstützern in den USA destabilisieren zu wollen. Internationale Beobachter, unter anderem der ehemalige US-Präsident Carter, hätten zum Beispiel wiederholt den transparenten und demokratischen Ablauf der letzten Wahlen bestätigt. »Im Informationskrieg der großen Medienkonzerne wird das aber ebenso ignoriert wie die Verantwortung von Teilen der »Opposition« für terroristische Gewalttaten«, sagte Britto García. Deren mehr als 120 Opfer seien überwiegend Farbige gewesen, was die rassistische Einstellung vieler Oppositionsaktivisten zeige.

Als dritter Redner wies Carolus Wimmer, Internationaler Sekretär der Kommunistischen Partei Venezuelas, darauf hin, dass die kapitalistischen Eigentumsverhältnisse im Land nicht beseitigt worden seien. »Wirtschaft und Finanzen werden noch immer vom Kapitalismus kontrolliert«, sagte Wimmer. Deshalb könne man Venezuela nicht als sozialistisch bezeichnen. Dennoch werde aber »ein sehr wichtiger und nötiger Kampf der nationalen Befreiung geführt, der in Richtung Sozialismus gehen muss«, erklärte der Sekretär der KP gegenüber jW. »Die Arbeiterklasse und das venezolanische Volk verteidigen die revolutionären Veränderungen in unserem Land seit 18 Jahren. Bislang konnten wir alle Versuche, den Prozess der nationalen Befreiung zu besiegen, niederschlagen«.


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