Aus: Ausgabe vom 13.01.2018, Seite 14 / Feuilleton

Vorschlag

Damit Ihnen das Hören und Sehen nicht vergeht

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Die Polizei geht mit brutaler Gewalt gegen friedliche Demonstranten wie Annie Lee Cooper (Oprah Winfrey) vor: »Selma«

Selma

Seit dem US-amerikanischen Civil Rights Act von 1964 sind Schwarze und Weiße vor dem Gesetz gleich. Faktisch nützt das den Afroamerikanern nicht viel. Noch immer werden sie diskriminiert und terrorisiert. Der Film geht so: Als Martin Luther King im selben Jahr den Friedensnobelpreis erhält, nutzt er eine Einladung ins Weiße Haus, um Lyndon B. Johnson zu einer Gesetzesnovelle zu drängen. Der Präsident bleibt zurückhaltend. Während das FBI jeden seiner Schritte überwacht, konzentriert sich King mit seiner Bürgerrechtsbewegung auf die Stadt Selma in Alabama. Mit David Oyelowo (Martin Luther King), Tom Wilkinson (Lyndon B. Johnson), Oprah Winfrey. USA/GB 2014. Regie: Ava DuVernay. John Legend und Rapper Common erhielten für den Titelsong einen Oscar.

Das Erste, Sa., 23.55

Flags of our Fathers

Im Februar 1945 landen US-Streitkräfte auf der japanischen Pazifikinsel Iwojima. Als Zeichen des Triumphs hissen sechs Soldaten ein Sternenbanner auf einem Berg. Das Foto, das der Kriegsberichterstatter Joe Rosenthal davon macht, wird zu einem der berühmtesten der US-Militärgeschichte. Bei der US-amerikanischen Bevölkerung, die des Krieges überdrüssig war, löste das Foto einen Stimmungswandel aus. Beziehungsweise das, was aus dem Foto gemacht wurde. USA 2006. Regie: Clint Eastwood.

Arte, So., 20.15

Gysi

Immer seien Bundestagsabgeordnete extra in den Plenarsaal gekommen, wenn Norbert Lammert den Vorsitz hatte und Gregor Gysi auf der Rednerliste stand, erfährt man in dem anderthalbstündigen Dokfilm zu Gysis 70. Geburtstag am 16. Januar. Es sei ein Privileg, meint Gysi, dass er als 37,5prozentiger Jude (nach den Nürnberger Rassegesetzen der Nazis) nicht zur SA gekommen wäre. Als Gysi SED-Vorsitzender war, riefen Noch-DDR-Bürger bei einer Demons­tration: »Wir sind Deutsche, Gysi nicht!« Das hat er locker weggesteckt, nun droht das Altenteil. Im Film erklärt der Parteivorsitzende Dietmar Bartsch: »Wenn Gysi 200 Meter durch eine Einkaufszeile geht und wird nicht angesprochen, dann spricht er einen an.« Demnächst in Ihrer Fußgängerzone. Regie: Nicola Graef/Florian Huber.

MDR, So., 20.15 Uhr


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