Aus: Ausgabe vom 28.12.2017, Seite 2 / Ausland

Dschihadisten im Visier

Russischer General: USA unterstützen extremistische Gruppen

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Der Krieg gegen den »Islamischen Staat« (IS) in Syrien ist nach den Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow größtenteils vorbei. Die Nachrichtenagentur RIA Novosti zitierte Lawrow am Mittwoch mit den Worten, jetzt komme es darauf an, die Fatah Al-Scham-Front zu zerschlagen. Diese Gruppierung ging aus dem Al-Qaida-Ableger Al-Nusra-Front hervor und kämpft gegen die gewählte Regierung in Damaskus.

Auch der russische Generalstabschef, Waleri Gerassimow, nannte in seiner gegenüber der Moskauer Zeitung Komsomolskaja Prawda vorgestellten Prognose für das kommende Jahr als wichtigstes Ziel die endgültige Vernichtung der Fatah Al-Scham-Front in Syrien. Außerdem wies der Militär darauf hin, dass die Vereinigten Staaten in ihren Stützpunkten auf syrischem Gebiet ehemalige IS-Kämpfer ausbilden, um das Land zu destabilisieren. So könnten sich in Tanf an der Grenze zum Irak Extremisten ungehindert bewegen, so der General. Nach Darstellung Washingtons handelt es sich dort um eine temporäre Einrichtung, auf dem Kämpfer gegen den IS trainiert werden.

Unterdessen haben Helfer im östlich von Damaskus gelegenen Ostghouta am Dienstag damit begonnen, schwerkranke Menschen in Krankenhäuser der syrischen Hauptstadt zu bringen. Personen in »kritischer« Verfassung würden nun aus dem von vor allem islamistischen Gruppen besetzten Gebiet gebracht, teilte der Syrisch-Arabische Rote Halbmond mit. Insgesamt befinden sich laut UN-Angaben 400.000 Menschen in Ostghouta; 600 von ihnen seien in einem ernsten Zustand.

In einem am Mittwoch veröffentlichen Interview mit der Nachrichtenagentur Sputnik unterstrich der russische Delegationsleiter für die Syrien-Gespräche in Astana, Alexander Lawrentjew, dass die Vorbereitung des am 29. und 30. Januar in Sotschi geplanten Kongresses für einen nationalen Dialog in Syrien im vollen Gange seien. Ziel sei ein konstruktiver politischer Dialog.

Am Dienstag hatten 40 bewaffnete Gruppen in einer Stellungnahme angekündigt, nicht an dem Kongress teilnehmen zu wollen. Bestärkt wurden diese Kräfte vom türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan. Er erklärte laut staatlicher Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch in Tunis, eine Nachkriegsordnung in Syrien mit Präsident Baschar Al-Assad an der Spitze sei unvorstellbar. (dpa/Reuters/jW)


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