Aus: Ausgabe vom 22.12.2017, Seite 2 / Ausland

Achte Runde in Astana

Neue Gespräche für Frieden in Syrien in kasachischer Hauptstadt begonnen

Am Donnerstag haben in der kasachischen Hauptstadt Astana neue Gespräche für einen Frieden in Syrien begonnen, wie die in Damaskus ansässige, staatliche Nachrichtenagentur SANA berichtete. Bei dem Zusammentreffen haben Russland, der Iran und die Türkei über eine geplante Konferenz zur Nachkriegsordnung in dem Bürgerkriegsland verhandelt. Es ist bereits die achte Runde der von Russland initiierten Gespräche in Astana seit Anfang 2017. An den Verhandlungen nehmen auch Vertreter der syrischen Regierung und deren Gegner teil.

Russland habe bei den Gesprächen eine Teilnehmerliste für den geplanten »Kongress der Völker Syriens« vorgeschlagen, meldete die Agentur Interfax am Donnerstag unter Berufung auf diplomatische Kreise. Die Liste müsse noch mit allen Beteiligten abgestimmt werden. Noch sei kein Datum für den Kongress in der Schwarzmeermetropole Sotschi festgelegt, erklärte der Sprecher des russischen Präsidialamts, Dmitri Peskow, wie SANA meldete. Als möglicher Termin war russischen Berichten zufolge Ende Januar oder Anfang Februar im Gespräch.

Der geplante Volkskongress ist eine Initiative Moskaus, um den Friedensprozess für Syrien voranzutreiben. Die syrischen Regierungsgegner stehen dem Vorhaben kritisch gegenüber, weil Russland die Regierung in Damaskus militärisch unterstützt. Zwischen Russland, der Türkei und dem Iran gibt es zudem Unstimmigkeiten, ob Vertreter der kurdischen Minderheit eingeladen werden sollen. Ankara betrachtet die PYD, die größte kurdische Partei in Syrien, als Schwesterorganisation der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

Zum Abschluss der Syrien-Verhandlungen am heutigen Freitag wird nach Angaben des kasachischen Außenministeriums zudem der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura in Astana erwartet. Am Donnerstag traf sich De Mistura in Moskau mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

Die Gespräche in Astana finden parallel zu Verhandlungen unter UN-Vermittlung in Genf statt. Sie zielen vor allem auf eine Deeskalation des Krieges, in dem seit 2011 mehr als dreihunderttausend Menschen getötet wurden. So wurden auf Initiative Russlands, der Türkei und des Iran vier Deeskalationszonen in Syrien eingerichtet, in denen regionale Feuerpausen zwischen bewaffneten Gruppen und Regierungstruppen gelten. (AFP/dpa/jW)


Lesetip abgeben

Artikel empfehlen:

Infos und Verweise zu diesem Artikel:

Ähnliche:

Mehr aus: Ausland
  • Katalanische Unabhängigkeitsbewegung verteidigt absolute Mehrheit im Parlament. Spaniens Regierungspartei PP stürzt ab
    André Scheer
  • US-Präsident will Ländern, die gegen seine Jerusalem-Entscheidung stimmen, Finanzmittel streichen
  • Jahresrückblick 2017. Heute: Ukraine. Präsident Petro Poroschenko ist 2017 ein prowestlicher Rivale erwachsen
    Reinhard Lauterbach
  • Vor einem Jahr wurde die syrische Stadt aus der Herrschaft der Dschihadisten befreit
    Karin Leukefeld
  • Frankreichs Präsident Macron will das Finanzkapital von London an die Seine locken
    Hansgeorg Hermann, Paris