Aus: Ausgabe vom 18.12.2017, Seite 16 / Sport

Waspo isses nicht

Von Klaus Weise
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Es gibt sie noch, die Sportart Wasserball, wenn auch nicht mehr im ARD-Videotext

Hannover. Es gibt sie noch, die Sportart, die in den 80ern die BRD beseelte. Zweimal wurden deren Wasserballer Europameister, 1981 und 1989 – danach war es vorbei mit der Herrlichkeit. Auch die Vereine – besser: der Verein, einzig die Wasserfreunde Spandau 04 waren seit jeher für Erfolge zuständig – brachten nichts mehr zuwege. Inzwischen sucht man die Sportart sogar im ARD-Videotext, der so ziemlich alles wiedergibt, vergeblich. Auch über das Bundesliga-Gipfeltreffen am Sonnabend war dort nichts zu finden.

Waspo Hannover, Pokalsieger der Vorsaison und Supercup-Gewinner vor Auftakt des laufenden Spieljahres, empfing den Rekordmeister Spandau 04. Verlustpunktfrei standen die beiden Teams nach sieben Partien an der Spitze ihrer Achtergruppe. Dass der Titel im Frühjahr an einen dieser beiden vergeben wird, stand vor dem ersten Pfiff der Saison fest. Vor dem direkten Aufeinandertreffen hatte Spandau ein Torverhältnis von 125:29, Hannover von 138:50 – und das bei gerade mal sieben Matches von je vier mal acht Minuten, der Schnitt spricht Bände über die Konkurrenz.

Nun also die Antwort auf die Frage nach der Nummer eins. Hannover hatte zuvor mit breiter Brust erklärt: »Es kann nur einen geben!« Nach dem Spiel war klar: Hannover isses nich. Zwar ging Waspo nach 27 Sekunden durch den Ligatoptorschützen Alexander Radovic in Führung und hatte in Moritz Schenkel einen guten Keeper. Darüberhinaus wurden den Niedersachsen im Verlauf der Partie vier Strafwürfe zugesprochen. Zum ersten Heimerfolg seit 15 Jahren gegen Spandau reichte es für sie aber trotzdem nicht. Mit einer »wirklich phantastischen Mannschaftsleistung« triumphierten die Randberliner 10:7, und zeigten nach Einschätzung ihres Managers Peter Röhle, »dass auf dieser Basis auch einer Summierung von Einzelstars beizukommen ist«.

Für die Berliner war es nach holprigem Saisonstart der zehnte Sieg in Folge. Am kommenden Mittwoch empfangen sie in der Champions League in der Schwimmhalle Schöneberg die Ungarn von ZF Eger. Aktuell Zweiter der Achtergruppe, kann 04 mit einem Sieg einen Kontrahenten im Kampf um eins der vier Tickets fürs Finale der besten acht in Genua auf Distanz halten.


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