Aus: Ausgabe vom 13.12.2017, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Michael who?

Interview | Di., 7.15 Uhr, DLF

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Deutschland ist mit gleich zwei Michael Kretschmers gesegnet. Der eine ist Vize beim Bundeskriminalamt, der andere ein Politiker, der am Wochenende zum neuen CDU-Landesvorsitzenden in Sachsen gewählt wurde. Nun muss er, wenn es dabei nicht bleiben soll, bekannter im Lande werden. Mindestens so bekannt wie dieser Polizist.

Gut, dass es dafür Kniffe gibt. Kühne Thesen im Interview aufstellen zum Beispiel. »Ich glaube, jeder, der in Deutschland gewesen ist die letzten zweieinhalb Monate, wird mitbekommen haben, dass es eine ganz dramatische Situation gegeben hat«, behauptet Kretschmer. Kommunikationstheoretisch nicht unklug. Denn: Was war denn los, in diesen Monaten? Ein Erdbeben? Die Neutronenbombe? Bevor man sich als unkundig outet, stimmt man doch lieber zu.

Also, was war los? Es gibt keine große Koalition mehr beziehungsweise nur noch eine geschäftsführende. In Wahrheit hat das natürlich niemand gemerkt, weil sich auch nichts geändert hat. Für Kretschmer unhaltbar. Deshalb sollte es »jetzt vernünftig weitergehen«. (sc)


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