Aus: Ausgabe vom 11.12.2017, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Griff nach Geld

Streitkultur | Sa., 16.05 Uhr, DLF

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Schafft das Bargeld sich selbst ab, wie es in der Diskussion des Deutschlandfunks Johannes Cremer behauptet, Chef einer Firma für Finanzsoftware? Oder stecken hinter der Idee des bargeldlosen Geldverkehrs Geschäftsinteressen, wie Andrea Nitsche einwendet, Mitarbeiterin der Initiative »Cash Matters«? Sie weist darauf hin, dass der US-Ökonom Kenneth Rogoff die Forderung nach einer kompletten Abschaffung physischer Zahlungsmittel angesichts der Bankenkrise und der fortdauernden Null- und Negativzinspolitik ins Spiel brachte. Die Banken wollen nicht, dass Geld ihrem Zugriff entzogen ist, indem es privat aufbewahrt wird – und US-Firmen wie Visa, Apple oder Android möchten am elektronischen Geldtransfer verdienen, wie auch Cremer einräumt. Über einen Einzug insbesondere großer Scheine die Kriminalität bekämpfen zu wollen ist dagegen ein vorgeschobener Grund, wie zuletzt die »Paradise Papers« bestätigten – die Schwarzgeldgeschäfte der Reichen werden längst über Computer abgewickelt. (jt)

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