Aus: Ausgabe vom 08.12.2017, Seite 8 / Abgeschrieben

Volker Lösch zu den »Neuigkeiten« bei »Stuttgart 21«

Unter dem Titel »Abgrundtief dämlich« veröffentlichte die Stuttgarter Internetwochenzeitung Kontext am Mittwoch einen Gastbeitrag des Regisseurs und Aktivisten Volker Lösch zu »Stuttgart 21« (»S 21«):

Irre! Krass! »Stuttgart 21« soll eine Milliarde mehr kosten! Die Bauzeit wird länger! Unglaublich! Ist das denn die Möglichkeit? Das darf doch wohl nicht wahr sein! Eine Frechheit, eigentlich. Langsam reicht’s jetzt aber mal!

So ungefähr lesen sich die Pressemeldungen der letzten Tage. Den Zigtausenden von Aktivistinnen und Aktivisten aber, die seit mehr als zehn Jahren gegen Deutschlands teuerstes, sinnlosestes, korruptestes, kriminellstes und dümmstes Infrastrukturprojekt protestieren, entlockt die abermalige Steigerung allenfalls ein müdes Achselzucken. (…)

Wir erleben einen Kollaps der Vernunft, ein Versagen von sich wegduckender Politik, eine Offenbarung von unkritischem Journalismus. (…) Aber wir Gegner werden immer gelassener. Es kommt ja eh immer so, wie wir es seit Jahren voraussagen. Es macht inzwischen sogar Spaß, den vielen Lügengebäuden beim Einstürzen zuzuschauen. (…) Großprojekte können scheitern, das zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf wurde nicht in Betrieb genommen, das Kernkraftwerk Wyhl erst gar nicht gebaut. Und der Schnelle Brüter in Kalkar ist ein Milliardenprojekt, das inzwischen als Freizeitpark dient. Auch das Rückbauprojekt »S 21« wird letztlich scheitern (…)

Mitte Januar wird in Stuttgart von Tausenden von engagierten Bürgern die 400. Montagsdemonstration gefeiert werden. Die Bewegung tut das in dem Bewusstsein, sich mit großen Schritten ihrem Ziel zu nähern: dieses Steuermilliarden fressende Monstrum zu besiegen. Ich jedenfalls freue mich auf die nächsten Monate: Denn der Bahnhof wird oben bleiben!

Vollständiger Text: kontextwochenzeitung.de

Die IG Metall Hannover verurteilte in einer Presseinformation am Mittwoch die Polizeigewalt gegen Demonstranten, die am vergangenen Samstag gegen den AfD-Parteitag in der niedersächsischen Landeshauptstadt protestiert hatten:

In einem offenen Brief an den Innenminister des Landes Niedersachsen, Boris Pistorius, und an den Präsidenten der Polizeidirektion Hannover, Volker Kluwe, kritisiert Dirk Schulze, Geschäftsführer der IG Metall Hannover, das unverhältnismäßige Auftreten der Polizei im Zuge der Proteste gegen den Bundesparteitag der AfD im HCC (Congress Centrum Hannover). Insbesondere solidarisiert sich die Gewerkschaft mit einem langjährigen Mitglied, dem ein offener Bruch am Bein zugefügt wurde (…)

Der Polizeieinsatz vom 2. Dezember 2017 stellt für die IG Metall Hannover eine Einschränkung des Rechts auf Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit dar. Viele Mitglieder der Gewerkschaft, die an der Demonstration teilnahmen, fühlten sich durch das Auftreten der Polizei kriminalisiert und eingeschüchtert.

Es wird nicht der letzte Protest in Hannover gegen die AfD oder andere rechtsradikale Umtriebe gewesen sein. Wir fordern daher eine Aufarbeitung der Geschehnisse vom 2. Dezember unter Einbezug unserer Bündnispartner, eine Entschädigung für den schwerverletzten Kollegen und eine konsequente Verfolgung der begangenen Straftaten, Fehlentscheidungen und Grenzüberschreitungen im Einsatz.

Vollständiger Text: igmetall-hannover.de


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Oben bleiben »Stuttgart 21« – Wessen Stadt ist die Stadt?

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