Aus: Ausgabe vom 05.12.2017, Seite 8 / Ansichten

Schleckermaul des Tages: Theresa May

Von Simon Zeise
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Seit Wochen verhandeln die Unterhändler von EU und Großbritannien über den Abgang des Königreichs aus der Wirtschafts- und Währungsunion. Am Montag deckte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker den Tisch. Mal auf die andere Seite zugehen. Premierministerin Theresa May sollte sich heimisch fühlen. Darf es ein Löffel Porridge sein, Madame?

Schon näherte man sich an. Die Grenzbestimmungen zwischen Irland und Nordirland sollen neu geregelt werden. So neu wie bisher: Großbritannien sei den Forderungen Irlands entgegengekommen und habe eingewilligt, die Zoll- und Handelsregelungen in Nordirland im Einklang mit den in der irischen Republik geltenden EU-Regeln zu belassen, berichtete am Montag der irische Fernsehsender RTE. London habe in den »Brexit«-Verhandlungen zugesagt, dass es »kein regulatorisches Auseinanderdriften« in Zollfragen zwischen Irland und Nordirland geben werde. Dies sei in einem Textentwurf der »Brexit«-Verhandler vermerkt.

Voller Euphorie goss Juncker Minze über das Roastbeef, da meldete die Financial Times Abweichungen. Großbritannien sei mit der Formulierung »kein regulatorisches Auseinanderdriften« nicht einverstanden gewesen. Denn dies würde bedeuten, dass Nordirland alle existierenden EU-Regeln beibehalten müsse. Jetzt hieß es handeln: Bleibst du noch zum Yorkshire-Pudding, Darling?

Zur Teatime trat der Grünen-Fraktionschef im EU-Parlament, Philippe Lamberts, vor die Presse. Ein Kompromiss sei greifbar nahe. Die künftigen Rechte der 3,2 Millionen EU-Bürger seien beinahe geregelt. Auch die Schlussrechnung für die langjährigen EU-Privilegien sei nahezu durchkalkuliert. Ein Sprecher Mays erklärte, es habe gute Fortschritte gegeben. Allerdings müssten noch Fragen geklärt werden. Wichtige Fragen wie: Gibt es nächstes Mal Milch zum Tee?


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