Aus: Ausgabe vom 02.12.2017, Seite 15 / Geschichte

Anno ... 49. Woche

1897, 6. Dezember: Der deutsche Staatssekretär und spätere Reichskanzler Bernhard Freiherr von Bülow prägt in einer Rede im Reichstag zur Rechtfertigung der deutschen Kolonialpolitik in Ostasien das Wort vom »Platz an der Sonne«: »Wir wollen niemand in den Schatten stellen, aber wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne. In Ostasien wie in Westindien werden wir bestrebt sein (…), ohne unnötige Schärfe, aber auch ohne Schwäche unsere Rechte und unsere Interessen zu wahren«.

1917, 3./22. Dezember: In Brest-Litowsk beginnen die Waffenstillstandsverhandlungen zwischen der Sowjetregierung und den Mittelmächten unter deutscher Führung. Am 7.12. wird eine zunächst zehntägige Waffenruhe und am 15.12. ein 28tägiger Waffenstillstand vereinbart, am 22.12. werden die mit dem Waffenstillstand vereinbarten Friedensverhandlungen aufgenommen. Sie enden am 3. März 1918.

1917, 6./31. Dezember: Der finnische Landtag, der nach der russischen Februarrevolution die Regierungsgewalt übernommen hatte, beschließt die Unabhängigkeit Finnlands. Drei Wochen später stimmt die Sowjetregierung unter Lenin diesem Beschluss zu.

1932, 3. Dezember: Reichspräsident Paul von Hindenburg ernennt den bisherigen Reichswehrminister General Kurt von Schleicher zum Reichskanzler. Schleicher löst Franz von Papen ab, der während seiner gesamten Amtszeit mit Notverordnungen des Reichspräsidenten regiert und zuletzt auf einen Staatsstreich gegen die Republik orientiert hatte. Schleichers Ziel ist die Spaltung der NSDAP und die Einbindung ihres »linken« Flügels um Georg Strasser, für den er das Amt des Vizekanzlers vorsieht.

1947, 6./7. Dezember: In Berlin findet der erste »Deutsche Volkskongress« mit 2.200 Beteiligten statt, darunter 664 Teilnehmern aus den Westzonen. Verabschiedet wird eine Entschließung an die Londoner Außenministerkonferenz mit Forderung nach Wahrung der wirtschaftlichen und politischen Einheit Deutschlands und Bildung einer zentralen deutschen Regierung aus Vertretern aller politischen Parteien sowie Abschluss eines Friedensvertrags mit Deutschland.

1987, 8. Dezember: Bei einem Zusammenprall eines israelischen Militärlastwagens mit zwei palästinensischen Taxen sterben in der Nähe des Grenzübergangs Erez vier Palästinenser. Während der Begräbnisse der vier Toten im Gazastreifen kommt es zu Massendemonstrationen und Ausschreitungen. Die Vorkommnisse sind der Beginn ersten Intifada in den von Israel besetzten Gebieten Palästinas.

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