Aus: Ausgabe vom 01.12.2017, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Wertlose Kritik

»Tagesthemen«-Kommentar | Mi., 22.15 Uhr, ARD

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Mali, einst offiziell Kolonie Frankreichs, jetzt angeblich unabhängig, 17. Oktober: Patrouille französischer Soldaten in Inaloglog

Seit 25 Jahren führt der Westen einen fast uneingeschränkten globalen neokolonialen Krieg, auch in Afrika. Den »afrikanischen Weltkrieg« um Rohstoffe und Aufteilung der Republik Kongo mit wahrscheinlich etwa zehn Millionen Toten nehmen die »Leitmedien« in EU-Europa nicht zur Kenntnis. Für den von Paris und London angezettelten, von Washington ermöglichten Krieg gegen Libyen 2011 gilt das gleiche. Im Kommentar von Isabel Schayani zum EU-Afrika-Gipfel bleibt es dabei. Sie kritisiert die angebliche Bekämpfung von Fluchtursachen: Die EU verschiebe ihre Außengrenzen nach Afrika, »wir pampern« Despoten, machen einheimische Märkte platt. Die von Bundesrepublik und Frankreich gesponserte neue Truppe in Westafrika mit immerhin 5.000 Soldaten oder die bewaffnet durchgesetzten Interessen Frankreichs an der Urangewinnung in Niger erwähnt sie nicht. Krieg und Aufrüstung sind aber oberste westliche Maxime für Afrika. Das zu ignorieren macht Kritik an der EU-Politik wertlos oder heuchlerisch. (asc)


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