Aus: Ausgabe vom 27.11.2017, Seite 1 / Ausland

Kuba feiert Fidel

Erinnerung an den vor einem Jahr verstorbenen Comandante. Grüße von Maduro und Morales

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Gedenkfeier für Fidel Castro am Sonnabend vor der Universität von Havanna

Ein Jahr nach dem Tod von Fidel Castro hat Kuba an den legendären Revolutionsführer erinnert. Der Comandante en Jefe war am 25. November 2016 im Alter von 90 Jahren gestorben. Hunderte vor allem junge Menschen kamen am Samstag abend zur zentralen Gedenkveranstaltung auf den Stufen der Universität von Havanna. Sie skandierten: »Ich bin Fidel« und »Man hört es, man fühlt es – Fidel ist anwesend.«

Unter den Teilnehmern der Gedenkfeier, die vom Kommunistischen Jugendverband organisiert worden war, befand sich auch Vizepräsident Miguel Díaz-Canel. Die Musiker Raúl Torres, Eduardo Sosa und Annie Garcés sangen ihr Lied »Cabalgando con Fidel« (Reiten mit Fidel), das nach Castros Tod zu einer Art Hymne wurde und in den vergangenen Tagen wieder häufiger im Radio zu hören war. Die Parteizeitung Granma widmete Fidel Castro am Sonnabend fast ihre gesamte Ausgabe. Ein Foto des Revolutionsführers in olivgrüner Uniform am Malecón von Havanna schmückte die Titelseite. Die Juventud Rebelde erschien zum Zeichen der Trauer mit schwarzem statt wie üblich mit blauem Titel.

Auch Kubas Verbündete ehrten den langjährigen kubanischen Präsidenten. »Ein Jahr nach dem Tod von Comandante Fidel Castro zollen die Revolutionäre der Welt seinem Andenken, Beispiel und Kampf ihren Respekt und halten seine Idee von der Solidarität der Völker hoch«, schrieb Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro auf Twitter. »Fidel ist nicht tot. Durch die Kraft seiner revolutionären Ideen, die Liebe zum Vaterland und die Solidarität mit den Völkern der Welt wird er immer weiterleben«, schrieb Boliviens Präsident Evo Morales.

Am Sonntag waren die Kubaner aufgerufen, die Mitglieder der Gemeindeversammlungen zu wählen. In jedem Wahlkreis muss es mindestens zwei Kandidaten geben. Gewinnt keiner von ihnen die absolute Mehrheit der Stimmen, kommt es am 3. Dezember zur Stichwahl. Es wurde erneut mit einer hohen Beteiligung von mehr als 95 Prozent der acht Millionen Stimmberechtigten gerechnet. (dpa/PL/jW)


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