• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 25.11.2017, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Haferflocken-Rosinen-Kekse

»Ladykillers« (Großbritannien 1955) von Alexander Mackendrick erzählt eine Geschichte, die so unwahrscheinlich ist wie das Herbeifliegen des Weihnachtsmanns zu Heiligabend – aber deswegen nicht weniger reizvoll. Fünf Gauner (gespielt von Alec Guiness, Herbert Lom, Peter Sellers, Danny Green und Cecil Parker) nisten sich bei einer alten Dame im Haus ein, um von dort einen Überfall auf einen Geldtransport zu planen. Damit Mrs Wimmerforce (Kathie Johnson), so der Name der alten Dame, nicht misstrauisch wird, erzählen sie ihr, dass sie Musiker sind. Brav bringen sie zu jeder Besprechung ihre Instrumente mit und lassen einen Schallplattenspieler laufen, während sie reden. Mrs. Wimmerforce ist entzückt und klopft, so oft es geht, an die Tür, um ihren Tee anzubieten. Die gute Frau wirkt wie aus der Zeit gefallen mit ihrem feinen Geschirr, dem alten Wasserkocher und ihren drei Papageien, die ihr der längst verstorbene Ehemann hinterlassen hat. Mrs. Wimmerforces Schrulligkeit kommt aber ganz besonders zum Tragen, wenn sie zum Polizeirevier geht, was sie regelmäßig tut, und dort von fliegenden Untertassen und anderen Beobachtungen berichtet. Man ist dort freundlich zu ihr, aber nimmt sie nicht ernst.

Die Gauner überfallen derweil den Geldtransport und lassen die gestohlenen Kisten von der ahnungslosen Mrs. Wimmerforce durch die Stadt in ihr Haus kutschieren. Doch als sie von dort mit dem vielen Geld abhauen wollen, erkennt die alte Dame das Verbrechen, nimmt das Diebesgut an sich und verlangt von den Männern, sich der Polizei zu stellen. Wie die fünf Verbrecher sich nun nach und nach selbst aus dem Verkehr ziehen, während Mrs. Wimmerforce ein kleines Schläfchen hält, ist ein Paradebeispiel für den berühmten schwarzen Humor der Briten. Ein schöner Film für die Adventszeit. Nicht zuletzt wegen des Gebäcks, das die gute alte Dame zum Tee reicht. Sie darf übrigens das Geld am Ende behalten, weil die Polizei ihrem Bericht keinen Glauben schenkt. Glück gehabt.

Haferflocken-Rosinen-Kekse: 100 g Rosinen in eine kleine Schüssel geben und mit warmem Wasser auffüllen. Die Rosinen etwa 10 Minuten einweichen lassen. Den Backofen vorheizen (180 Grad Ober- und Unterhitze). 250 g weiche Butter in einer Schüssel mit Handrührgerät auf höchster Stufe in etwa zwei Minuten schaumig schlagen. 150 g braunen und 80 g weißen Zucker mit einer Prise geriebener Vanille und einem gestrichenen TL Zimt mischen. Die Zucker-Zimt-Mischung zur Butter geben. Die Zutaten noch etwa zwei Minuten schlagen. Zwei Eier nach und nach unterrühren. Die Rosinen gut abtropfen lassen und kurz unterrühren. 180 g Mehl (Weizen, Dinkel) mit einem halben TL Backpulver und 150 g zarten Haferflocken mischen. Das Mehl-Haferflocken-Gemisch in zwei Portionen auf mittlerer Stufe kurz unter die Buttermischung rühren. Den Teig in aprikosengroßen Häufchen auf mit Backpapier belegte Backbleche setzen. Dabei viel Abstand zwischen den Teighäufchen lassen. Die Backbleche nacheinander in den vorgeheizten Backofen schieben. Die Haferflocken-Rosinen-Kekse 13-15 Minuten je Backblech backen. Mit dem Backpapier von den Backblechen auf Kuchenroste ziehen und erkalten lassen.


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