Aus: Ausgabe vom 17.11.2017, Seite 14 / Feuilleton

Homo homini lupus

Tagesthemen | Mi., 22.15 Uhr, ARD

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Lange Zeit aus deutschen Wäldern vertrieben, breiten sich Populationen wilder Wölfe, vom Osten kommend, nun auch hierzulande wieder mit erstaunlicher Geschwindigkeit aus. Sie stehen unter Artenschutz, niemand darf ihnen ein Haar krümmen, selbst wenn sie in Schafherden wildern und den Weidetieren reihenweise die Kehlen durchbeißen. Schon seit dem Mittelalter, so die Anmoderation, stehe der »böse Graue« im Märchen für »rücksichtslose Gier«. In der Lausitz ziehen Schäfer zur Wolfsabwehr Zäune hoch, fordern selbst Tierschützer, den Räubern mit Gummigeschossen auf den Pelz zu rücken. »Besorgte Bürger« machen sich, dem Zug der Zeit folgend, für eine, wie es heißt, »Wolfsobergrenze« stark. Wortgleich äußert sich der sächsische Umweltminister Thomas Schmidt (CDU). Ist diese Formulierung Zufall, oder wird hier das Tier-Mensch-Übergangsfeld sprachlich neu vermessen? Zum Glück war nicht auch noch vom Ende der »Willkommenskultur« im Umgang mit den Wölfen die Rede. (shu)


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