Aus: Ausgabe vom 15.11.2017, Seite 16 / Sport

Ende gut, alles gut

Von André Dahlmeyer
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Grund zum feiern: Im Halbfinale der »Copa Total Argentina« gelang River Plate ein ungefährdeter 3:0-Sieg gegen Deportivo Morón

Einen wunderschönen guten Morgen! Auf der Südhalbkugel wurden die Semifinals der »Copa Total Argentina« ausgetragen. Zunächst trafen im nordöstlichen Formosa Rosario Central und Atlético Tucumán aufeinander. Beide Teams hatten bereits am letzten Spieltag der »Superliga« in Rosario gegeneinander gespielt und das Match mit einer Heimschlappe von Central beendet. Auch auf neutralem Terrain hatte die Sache für den in der Liga noch sieglosen »Canalla« kein glücklicheres Ende. Am Ende hieß es 0:0, das Elfmeterschießen musste entscheiden. Dort glänzte Atléticos Ersatztormann. Bis zum Sonntag hofften dann alle in der nordwestlichen Provinz Tucumán, auch »Garten der Republik« genannt, auf einen Sieg von River Plate Buenos Aires im zweiten Semifinale. Die Copa Argentina qualifiziert direkt für die Copa Libertadores und für letztere hatten sich die Riverplatenses bereits einen Startplatz gesichert. River Plate traf am Fuße der Anden in Mendoza auf Deportivo Morón, der zwar gerade erst in die »B Nacional«, die zweite Liga, aufgestiegen ist, aber in der Copa Argentina sofort für Furore sorgte. Vier Erstligisten wurden ohne Gegentor eliminiert, darunter Papstklub San Lorenzo de Almagro.

Bei River Plate hatte Trainer Marcelo Gallardo nach dem Ausscheiden im Halbfinale der Copa Libertadores und dem anschließend im eigenen Stadion verlorenen »Superclásico« gegen die Boca Juniors kundgegeben, dass es sein Wille sei, seinen auslaufenden Vertrag mit dem »Millonario« zu verlängern. Er stellte seine Arbeitskraft allen vier Listen zur Verfügung – bei River Plate finden, wie in vielen anderen Klubs auch, im Dezember Präsidentschaftswahlen statt. Dass Gallardo weitermachen will, überraschte ein wenig, ihm liegen ein rundes Dutzend Angebote von Hochkarätern aus Europa vor. Zudem war das Team zuletzt nur unzureichend verstärkt worden. Dass der Präsident des Klubs aus Núñez, Rodolfo D’Onofrio, wiedergewählt wird, gilt als wahrscheinlich. Zu erfolgreich war seine Amtszeit, mit zahlreichen internationalen Titeln, darunter die Copa Libertadores 2015. Auf einer der Oppositionslisten kandidiert der ehemalige River-Plate-Spieler David Trezeguet, Welt- und Europameister mit Frankreich, der den »Millonario« in Europa als Marke positionieren möchte.

Der einzige Ort in Argentinien, wo weder River Plate noch die Boca Juniors je ein »Heimspiel« haben, ist Rosario – mittlerweile Südamerikas Drogenexportumschlagplatz Nummer eins, vor allem wegen seines Binnenhafens. Central hat dort mehr Anhänger als Boca oder River. In Mendoza haben die Klubs aus der Hauptstadt dagegen einen guten Stand. Das erklärt das Empfangskomitee vor Rivers-Mannschaftshotel in Mendoza. Als Marcelo Gallardo aus dem Bus stieg, kreischten die Mädchen wie in Japan bei einem Bay City Rollers-Konzert. Einige wurden ohnmächtig, als Gallardo, ehemaliger Mittelfeld-Star des A. S. Monáco, Spitzname: Muñeco (Puppe), ein breites Lächeln in die Menge warf.

River Plate siegte nach Toren von Ignacio Fernández, Jonatan Maidana und dem kolumbianischen Jungspund Rafael Santos Borré ohne größere Schwierigkeiten, weshalb nun auch Atlético Tucumán 2018 nach diesem Jahr zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte die Copa Libertadores spielen darf. Ende gut, alles gut.

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