Aus: Ausgabe vom 14.11.2017, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Protestpartei SPD

Interview | Mo., 14.05 Uhr, DKultur

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Die Schriftstellerin Juli Zeh hat am Montag dem Deutschlandfunk Kultur verraten, warum sie in die SPD eingetreten ist. Um nämlich all jenen den Stinkefinger zu zeigen, die glauben, den ignoranten Altparteien einen solchen entgegenstrecken zu können, indem sie etwa die AfD wählen. Ihr Eintritt bei den Sozen sei »schon fast eine Trotzreaktion« gewesen, gestand sie: »Ich habe ein Problem mit dieser allgemeinen, immer stärker verächtlichen Haltung gegenüber der Demokratie und ihren Institutionen. Ich glaube auch, dass diese sehr verbreitete Verachtung für Politik die wahre Ursache hinter den Erfolgen der AfD ist, gar nicht so sehr wirklich ausländerfeindliches Denken.« Wäre also Rassismus halb so wild, wenn es mehr Menschen gäbe, die Parteien wie die SPD noch liebhaben? Um den Überfremdungsängstlichen eine goldene Brücke zu bauen, wurde nicht mal der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin aus der SPD geworfen. Undankbare haben sich trotzdem abgewendet. Da hilft nur noch das Wedeln mit dem SPD-Parteibuch. (clw)

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