Aus: Ausgabe vom 14.11.2017, Seite 6 / Ausland

Von Petrograd nach Wien

Die Partei der Arbeit Österreichs ehrte am Samstag in Wien die Große Sozialistische Oktoberrevolution

Von Stefan Klingersberger
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Schon das ganze Jahr über war die Würdigung der Oktoberrevolution wichtiger Teil der Aktivitäten der Partei der Arbeit Österreichs (PdA). Dazu gehörten theoretische Auseinandersetzungen, Artikel, internationale Treffen sowie Veranstaltungen in mehreren Städten. Die Abschlussveranstaltung hat am Samstag in Wien stattgefunden. Gemeinsam organisiert von der PdA, der Kommunistischen Jugend Österreichs (KJÖ) und dem Kommunistischen StudentInnenverband. Laut PdA-Vorsitzenden Otto Bruckner handelte es sich um die größte Ehrung der Oktoberereignisse seit langem in Österreich.

Das Symposium war eine gelungene Mischung aus kulturellen und politischen Beiträgen. Lesungen und Musik wechselten sich mit Reden internationaler Gäste und österreichischer Kommunisten ab. Kämpferische Grußworte der Russischen Kommunistischen Arbeiterpartei, verfasst am 7. November 2017 in Leningrad, leiteten die internationalen Beiträge ein.

Guido Ricci vom Partito Comunista aus Italien arbeitete in seiner Rede sechs Besonderheiten der Oktoberrevolution heraus: Erstmals ging es um die Abschaffung, statt Veränderung des Privateigentums. Außerdem wurde die Planung zum ökonomischen Hauptregulierungsfaktor. Zudem sei die grundsätzliche Lösung der Nationen- und Geschlechterfrage gelungen. Aufgrund dieser Besonderheiten habe die Oktoberrevolution die Geschichte wie kein anderes Ereignis geprägt.

Für die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) nahm der Leiter der internationalen Abteilung des Zentralkomitees, Elisseos Vagenas, teil. Er sprach über die Voraussetzungen einer sozialistischen Revolution und stellte als eine wesentliche Voraussetzung das Bestehen einer organisierten Vorhut der Arbeiterklasse heraus: die kommunistische Partei. Sie müsse sich in den Klassenkämpfen und im Widerstand gegen alle Strömungen des Opportunismus stählen. Noch nie sei es mit Strategien eines »friedlichen Übergangs« gelungen, dem Kapital die Macht in einem Landes zu entreißen. Der einzige Weg sei statt dessen der des Kampfes, der »alle Arbeiter- und Volksschichten versammeln soll, die mit den Monopolen und dem Kapitalismus konfrontiert sind«.

Einig waren sich alle Redner über die Wichtigkeit des proletarischen Internationalismus, der eine wesentliche Lehre der Oktoberrevolution sei. Er habe die bei der Veranstaltung vertretenen europäischen Parteien in die 2013 gegründete »Initiative kommunistischer und Arbeiterparteien Europas« zusammengeführt. Zu deren Gründungsmitgliedern gehört auch die PdA. Die »Initiative« wird gleichzeitig als ein wichtiges Instrument in der Konfrontation mit dem Opportunismus gesehen. Ein Kampf, der immer und konsequent notwendig sei, wie man es einhellig als eine weitere Lehre der Oktoberrevolution verstand.

Mit einer Rede von Fidel Castro aus dem Jahr 1977 sowie den Grußworten der Kommunistischen Partei Kubas zum Symposium wurde die wichtige Rolle des Roten Oktobers für die kubanische Revolution verdeutlicht. Bereits 1917 und in den folgenden Jahren haben die Ereignisse in Russland als Leuchtfeuer für revolutionär Gesinnte in Kuba gewirkt.

Anwesende bezeichneten die Feier als die erfolgreichste Veranstaltung seit der Parteigründung 2013. Auch die Organisatoren sind mit der Veranstaltung sehr zufrieden.

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