-
09.11.2017
- → Feuilleton
Wegbereiter
Der Philosoph István Mészáros ist tot. Unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit verstarb der Schüler von Georg Lukács am 1. Oktober im Alter von 86 Jahren. Bereits als Student hatte er sich durch die öffentliche Verteidigung seines Lehrers und der Thematisierung von Fehlern der sozialistischen Entwicklung in der Lyrik profiliert. Nach der Beendigung des Ungarn-Aufstandes 1956 durch Truppen des Warschauer Vertrags verließ Mészáros das Land. In der Folge unterrichtete er an mehreren Universitäten in Großbritannien, Italien und Kanada. An der University of Sussex hatte er 15 Jahre lang den Lehrstuhl für Philosophie inne. In seiner breit rezipierten Studie »Der Entfremdungsbegriff bei Marx« (»Marx’s Theory of Alienation«, 1970) wandte er sich entschieden gegen eine dichotome Trennung des »jungen« vom »alten« Marx. Zeitlebens kämpfte er für die Überwindung des Kapitalverhältnisses und emanzipatorisch-sozialistische Alternativen. Sein Buch »Beyond Marx« von 1995 gilt als wichtiger Beitrag zur Diskussion über den »Sozialismus des 21. Jahrhunderts« und wurde 2001 mim Auftrag der venezolanischen Regierung ins Spanische übersetzt. Hugo Chávez bezeichnete Mészáros als »Wegbereiter des Sozialismus«. (jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!