Aus: Ausgabe vom 09.11.2017, Seite 1 / Ausland

NATO will Autobahnen bauen lassen

Allianz verlangt bessere Infrastruktur für das Militär. Trump und Stoltenberg drohen Nordkorea

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Schwierigkeiten beim Marsch nach Osten: Die Straßen in Polen und anderen Ländern sind nicht für NATO-Panzer ausgelegt

Die NATO hat von der EU und der Privatwirtschaft mehr Einsatz gegen Russland gefordert. Die Mobilität des Militärs sei maßgeblich für das Bündnis, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch zum Auftakt eines Treffens der Verteidigungsminister der Allianz in Brüssel. Die zivile Infrastruktur – Straßen, Schienennetze und Flughäfen – müsse militärischen Anforderungen entsprechen. »Die nationalen Regierungen, der private Sektor und die Europäische Union haben Schlüsselrollen«, so Stoltenberg.

Der Generalsekretär äußerte sich im Zusammenhang mit Plänen, die »Verteidigungsfähigkeit« der NATO weiter zu stärken. Dafür soll unter anderem ein neues Planungs- und Führungszentrum für Truppenverlegungen innerhalb Europas aufgebaut werden. Grundlage für einen zügigen Transport von Material und Truppen sind allerdings nicht nur militärische Fähigkeiten. Für die Beförderung von Panzern nicht geeignete Straßen und Schienenwege erschweren derzeit etwa eine schnelle Truppenverlegung in das Baltikum.

Stoltenberg rührte auch die Kriegstrommel gegen Pjöngjang. Nordkorea müsse noch stärker unter Druck gesetzt werden, verlangte er: »Druck ist der Pfad zum Frieden.« Stoltenberg forderte vor allem die vollständige Umsetzung der Wirtschaftssanktionen der Vereinten Nationen. Russland und China hätten dabei eine besondere Verantwortung – als Nachbarn Nordkoreas und als ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates.

In die gleiche Kerbe hieb US-Präsident Donald Trump, der am Mittwoch zu einem Staatsbesuch in China eingetroffen war. Er forderte, die Sanktionsschraube gegen Pjöngjang noch stärker anzuziehen und hofft auf weitere Unterstützung des chinesischen Präsidenten Xi Jinping, um »maximalen Druck« auf Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un auszuüben.

Am Ende seiner Asienreise will Trump auch darüber entscheiden, ob Nordkorea wieder auf die Liste der Staaten gesetzt wird, die Terrorismus unterstützen. Das berichtete seine Sprecherin auf dem Flug nach Beijing. (dpa/jW)


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