Aus: Ausgabe vom 13.10.2017, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Im Spinnennetz der Stasi

Tod im Internat | Mi, 20.15, ZDF

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Allein gegen Geheimdienst und Kommunistenseilschaften: Stasiopfer und LKA-Ermittlerin Isabell Mosbach (Nadja Uhl) und Kommissar Sellinger (Hanno Koffler)

Joachim Król gibt in diesem zweiteiligen Machwerk einen Geheimdienstmann, der schon immer alle Linken bekämpft hat. Dabei bedient er sich aller denkbaren Mittel, zum Beispiel um den Widerstand gegen die Startbahn West am Airport Frankfurt/Main zu »neutralisieren« – die geschilderten Vorfälle hat es im November 1987 wirklich gegeben. So finster, so realistisch. Der Film aber hat einen ganz speziellen Twist. Seine Botschaft: Der »Verfassungsschützer« hat eigentlich recht, denn Kommunisten, das sind solche wie der dämonische Herr Maas (Manfred Zapatka). Der war früher ein hohes Tier bei der DDR-Auslandsspionage, das früher Überläufer totbiss und heute die SED-Millionen in Steueroasen arbeiten lässt. Wenn er der tapferen LKA-Ermittlerin (Nadja Uhl) zuraunt: »Manchmal muss man die Menschen zu ihrem Glück zwingen«, dann weiß man: Der Putsch der Stasikader steht unmittelbar bevor. Zwecks Vorbereitung des Umsturzes finanziert deren omnipräsenter und allmächtiger Untergrund auch ein Eliteinternat. Klingt nicht logisch? Völlig egal. (jf)

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