Aus: Ausgabe vom 16.10.2017, Seite 2 / Ausland

Für Frieden und Gerechtigkeit

In Moskau und Sotschi wurden die 19. Weltfestspiele der Jugend eröffnet

Von Roland Zschächner, Sotschi
040e98b8 Kopie.jpg
Tausende Jugendliche aus aller Welt feierten im Bolschoi-Eispalast von Sotschi die Eröffnung der Weltfestspiele

Eine Menschentraube von gelben Pullovern bildete sich am Sonntag vor den Eingängen zum Olympischen Park in Sotschi. Unweit des Schwarzen Meeres wollten Tausende Jugendliche aus mehr als 180 Ländern an den ersten Veranstaltungen der 19. Weltfestspiele der Jugend und Studenten teilnehmen, noch bevor das Festival am Nachmittag offiziell eröffnet wurde.

Zum Auftakt hatten die Organisatoren im Olympiastadion eine Show organisiert, die den Vergleich mit der Inauguration der Olympischen Winterspiele 2014 am selben Ort nicht scheuen musste. Nach dem Auftakt mit der russischen Nationalhymne präsentierte sich das Gastgeberland mit einer farbenprächtigen Show voller poetischer Bezüge auf Wissenschaft, Technik und Sport. Auch ein Rückblick auf die Geschichte der Festivals fehlte nicht. So wurde daran erinnert, dass Tamara Bunke 1957 an den Weltfestspielen in Moskau teilgenommen hatte. Zehn Jahre später starb sie an der Seite Che Guevaras in Bolivien. Ein Sänger nutzte seinen Auftritt dazu, seine überraschte Freundin auf die Bühne zu holen und ihr vor Tausenden Zuschauern einen Hochzeitsantrag zu machen.

In einer kurzen Ansprache hob der Präsident des Weltbundes der Demokratischen Jugend (WBDJ), Nicolas Papademitriou, die Bedeutung des diesjährigen Festivals hervor. Es finde statt in dem Land, dessen Menschen mit der Oktoberrevolution »vor 100 Jahren die Geschichte der Welt verändert und im Zweiten Weltkrieg den Faschismus besiegt« hätten. Auch heute gehe es um den Kampf gegen den Imperialismus, für Frieden und soziale Gerechtigkeit.

Einen ersten Höhepunkt hatten viele Teilnehmer bereits am Samstag in Moskau erleben können. Ein Karnevalsumzug durch die russische Hauptstadt hatte dort das Festival eingeleitet. Damit sollte an die Weltfestspiele erinnert werden, die 1957 und 1985 in der damaligen Hauptstadt der Sowjetunion stattfanden. Der Demonstrationszug wurde von einem Fahnenmeer angeführt; auf Wagen wurde Musik gespielt, oder Delegationen dekorierten alte Militärtransporter in ihren Landesfarben. Viele der Teilnehmer hatten bereits die offizielle Festivalkleidung angezogen, was bei herbstlichen Temperaturen und Nieselregen keine schlechte Idee war.

Anschließend ging es für sie mit dem Flieger nach Sotschi. Bis in den frühen Morgen erreichten Tausende junge Menschen die Stadt. »Wo kommst du her?« war die am meisten gehörte Frage am internationalen Flughafen. Und auch bei der Anmeldung kam es zum regen Austausch, denn Zeit war ausreichend vorhanden. Im großen und ganzen hatten die russischen Organisatoren alles im Griff; für eine freundliche Atmosphäre sorgten allein schon die vielen Freiwilligen, die aus ganz Russland und dem Ausland nach Sotschi gekommen sind, um für den Erfolg der Veranstaltung zu sorgen. Sie stehen meist gutgelaunt in ihren blauen Jacken bereit, um den suchenden Besuchern weiterzuhelfen.

Jetzt aber Abo!

Debatte

Bewerte diesen Artikel:

Infos und Verweise zu diesem Artikel:

Ähnliche:

Regio:

Mehr aus: Ausland
  • Pentagon will militärische Zusammenarbeit mit Israel und arabischen Ölmonarchien gegen Iran verstärken
    Knut Mellenthin
  • US-Präsident Donald Trump beschimpft Puerto Rico
    Mumia Abu-Jamal
  • Bei den Parlamentswahlen in Tschechien sieht es nach einem erneuten Erfolg des Unternehmers Andrej Babis aus
    Reinhard Lauterbach
  • Ein halbes Jahr vor der Wahl haben Ungarns Sozialdemokraten ihren Spitzenkandidaten verloren
    Matthias István Köhler
  • Mexiko: Beim Wiederaufbau nach den Erdbeben sollten mehr ­traditionelle Baustoffe genutzt werden. Gespräch mit Enrique Ortiz Flores
    Torge Löding