Aus: Ausgabe vom 05.10.2017, Seite 7 / Ausland

Regierungskrise in Ecuador spitzt sich zu

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Protest gegen die Inhaftierung von Vizepräsident Jorge Glas am Montag in Quito

Quito. In Ecuador hat sich die Regierungskrise nach der Inhaftierung von Vizepräsident Jorge Glas am Montag (Ortszeit) weiter zugespitzt. In Quito demonstrierten Mitglieder der linken Regierungspartei Alianza PAÍS gegen Staatschef Lenín Moreno. Sie warfen ihm vor, hinter der Festnahme seines Stellvertreters zu stecken. Glas gilt als Vertrauter des früheren Präsidenten Rafael Correa, der Moreno Verrat an den Zielen der »Bürgerrevolution« vorwirft.

Wie der Fernsehsender Telesur berichtete, betonte Ecuadors Justizministerin Rosana Alvarado am Dienstag, dass die Sicherheit von Jorge Glas garantiert werde. Er werde weiterhin als Vizepräsident der Republik behandelt.

Lenín Moreno war im April als Nachfolger Correas gewählt worden. Im Wahlkampf hatte sich Moreno, der zwischen 2007 und 2013 selbst Stellvertreter Correas war, für eine Fortsetzung von dessen Politik ausgesprochen. In den vergangenen Wochen hat er sich jedoch der neoliberalen Opposition angenähert. (jW)

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