Aus: Ausgabe vom 17.07.2017, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Mafiastaat?

Weltsichten | So., 8.24 Uhr, RBB-Inforadio

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Strom und Wasser sind in südafrikanischen Townships für viele Bewohner entweder unbezahlbar oder nicht vorhanden: Nkaneng Township in Rustenburg am 1. April 2014

In Südafrika sind die Einkommen so ungerecht verteilt sind wie sonst nirgendwo auf der Welt, meint ARD-Korrespondent Jan-Philippe Schlüter. Nach 15 Jahren Aufschwung habe es fünf Jahre Rückschritt gegeben. Für die schwarze Arbeiterklasse geht es ums nackte Überleben, dennoch sind Proteste kein Massenphänomen. Die Arbeiter, erläutert eine Wissenschaftlerin, wohnen an der Peripherie der Städte. Ihnen fehlt das Geld, Tickets für die Fahrt in die Zentren zu kaufen. Vor allem die ANC-Führung wird von der Bevölkerung der Korruption und maßlosen Bereicherung beschuldigt, insbesondere ANC-Chef und Staatspräsident Jacob Zuma. Ein Bischof sagt dem Reporter, Südafrika sei dabei, ein »Mafiastaat« zu werden. Gemeint ist damit vor allem der Bestechungssumpf, der mit der indischen Milliardärsfamilie Gupta und Zuma verbunden ist. Die Kämpfe um seine Nachfolge haben begonnen, er versucht, straflos davonzukommen. Der ANC ist tief gespalten, Mandelas Regenbogennation entschwindet offenbar. (asc)

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