Aus: Ausgabe vom 18.05.2017, Seite 2 / Inland

Kurt Gossweiler gestorben

Berlin. Der Historiker Kurt Gossweiler ist tot. Wie jW aus seinem Freundeskreis erfuhr, starb er am Montag im Alter von 99 Jahren in Berlin. Gossweiler wurde 1917 in Stuttgart geboren und wuchs in einer kommunistischen Familie auf. Er kämpfte in Berlin im Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD) gegen den Faschismus und desertierte 1943 von der Wehrmacht zur Roten Armee. Seine Bücher »Großbanken, Industriemonopole, Staat. Ökonomie und Politik des staatsmonopolistischen Kapitalismus in Deutschland 1914–1932« (1971) sowie »Kapital, Reichswehr und NSDAP« (1982 und 2011) gelten als klassische Analysen der Vorgeschichte der faschistischen Diktatur in Deutschland. Nach 1990 widmete er sich der Untersuchung des Niedergangs der Sowjetunion und der sozialistischen Länder. Ein Nachruf folgt. (jW)

Mehr aus: Inland
  • Staatsanwaltschaft ermittelt gegen VW-Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller
    Simon Zeise
  • Wissenschaftliche Angestellte ­vernetzen sich, um sich gegen befristete Beschäftigung zu wehren. Ein Gespräch mit Mathias Kuhnt
    Ralf Wurzbacher
  • Innenminister kündigt Kontrollen an Grenzen zu EU-Staaten zum Gipfel in Hamburg an. Behörden schüren Angst vor »gewaltbereiten Linksextremisten«
    Kristian Stemmler
  • NSU-Prozess: Neue Beweisanträge zu »Blut und Ehre«-Netzwerk und staatlichen Akteuren
    Claudia Wangerin, München
  • Wegen der chronischen Unterfinanzierung werden in Bremen Kitagruppen aufgestockt. Bundesweit fehlen etwa 300.000 Plätze für Kleinkinder
    Susan Bonath
  • Beschäftigte planen fünftägigen Ausstand. Proteste beim Landesparteitag der SPD vorgesehen
    Stefan Thiel
  • Hunderttausende »Crowdworker« bieten ihre Arbeit auf Onlineplattformen an. Ein Gespräch mit Sarah Bormann
    Johannes Supe