Aus: Ausgabe vom 29.04.2017, Seite 6 (Beilage) / Wochenendbeilage

Der Fetisch »Identität«

Vom Korsett zur Zwangsjacke: Die neuen alten Techniken der Demagogen

Von Helmut Dahmer
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Die sich an ihre Identität klammern, fürchten, was ihre Chance wäre: vom Pfahl- zum Weltbürger, also zum Menschen, zu werden. Demonstration der »Identitären« im Juni 2016 in Berlin gegen die Einwanderungspolitik

»Identität« ist einer der schwierigen Kernbegriffe der Philosophie. Im philosophischen wie im Alltagssprachgebrauch meint er »Selbigkeit«. Wir behandeln Dinge, Tiere, Pflanzen, uns selbst und andere Menschen, als wären sie mit sich, als wären wir mit uns »identisch«, als blieben wir also unabhängig von der Zeit stets dieselben. Dem ist natürlich nicht so, weil Menschen und Dinge sich unablässig ändern, auch wenn wir das nicht bemerken oder nicht wahrhaben wollen. Auf die Menschen, auf uns selbst und auf die Dinge, mit denen wir umgehen, auf die Waren und ihren Wert wollen wir uns verlassen, wir wollen mit ihnen rechnen können. Darum behandeln wir sie, als wären sie der permanenten Veränderung, dem Wandel entzogen, als blieben sie für immer sich selbst gleich.

Identität ist, näher besehen, das Resultat eines Identifizierungsprozesses, der der Wahrnehmung von Veränderungen entgegenarbeitet, sie nicht aufzuheben vermag, sie aber zu ignorieren sucht. Im Strom der Zeit bleibt nichts mit sich identisch, aber in unserer Praxis tun wir notgedrungen so, als ob es Identitäten gäbe.1 So leben wir in einer Welt von lauter fingierten Identitäten, Feststellungen oder eben »Tatsachen«.

Autarkie versprechen

Einige Protagonisten der gegenwärtig wieder erstarkten xenophob-autoritären Strömung, die sich im Gefolge der Finanzkrise von 2008 gegen die als »Elite« bezeichneten Parteipolitiker der parlamentarischen Demokratien richtet und Demagogen hervorbringt, die dem kollektiven Narzissmus Futter geben, bezeichnen sich selbst als »Identitäre«.2 Das sind Leute, die ihren Wählergefolgschaften individuell wie kollektiv Autarkie versprechen, eine Autarkie, die sie nichts kosten soll, weil dafür andere zur Kasse gebeten werden. So versprach US-Präsident Donald Trump seinen Wählern, sie gegen unliebsame Migranten-Konkurrenten aus Mexiko durch eine 3.000 Kilometer lange Grenzmauer abzuschirmen. Die Kosten für dies monströse Bauwerk würden dann von Mexiko eingetrieben.

Die nationalistischen Demagogen versichern ihren Anhängern, dass sie so, wie sie nun einmal geworden sind, immer schon ganz in Ordnung waren, dass ihre Lebensweise die einzig wahre ist, dass sie sich keineswegs mit anderen vergleichen oder sich gar anderen zuliebe irgendwie ändern müssen. Sie vereidigen sie auf den Status quo. Soziale Position, Geschlechts-, Alters- und Berufsrolle sollen eindeutig und ein für allemal fixiert werden. Den vielen Habenichtsen wird weisgemacht, sie hätten doch auch etwas zu eigen, nämlich sich selbst, ihre »Identität«. Dass sie als Abhängige beständig sich selbst verkaufen müssen, um sich selbst auch nur zu erhalten, fällt dabei unter den Tisch. So wird die Identität, in die einer hineingeboren und die ihm von anderen stets wieder zugesprochen wird, vom Korsett zur Zwangsjacke.

Die »Identitären« klammern sich an ein vermeintlich Bestehendes, das stets schon im Vergehen (oder längst schon vergangen) ist, vielleicht aber auch gar nie bestanden hat. Sie fürchten jene relative Freiheit, die die kapitalistische Moderne mit sich brachte: die Freiheit, sich von Ort, Praxis und Tradition zu distanzieren, von einer Identität zu einer anderen und zu einer dritten überzugehen und, ohne die jeweils aufgehobene Identifizierung zu verleugnen, sie allesamt zu relativieren. Die sich an ihre Identität klammern, fürchten, was ihre Chance wäre: vom Pfahl- zum Weltbürger, also zum Menschen, zu werden.3

Trumps aller Länder

Die Trumps aller Länder wollen ihren Wählern weismachen, dass ihre nationalen Wirtschaften eigentlich auch ohne den Weltmarkt existieren könnten. Man müsse sie nur endlich wieder »groß« machen, soll heißen: sie den starken, den groß gewordenen kleinen Männern, ihrem Clan und ihrem Team anvertrauen. Sie suggerieren den Wählern, die das nur allzugern hören, man könne die Migration von Millionen Mitmenschen, die verzweifelt bessere Lebensverhältnisse suchen, ignorieren oder aufhalten, und man könne sich auf Dauer um die längst überfällige Umverteilung des Weltreichtums herumdrücken. Sie nutzen die aufgestaute Unzufriedenheit mit den bestehenden Ungleichheitsverhältnissen und mit dem sich beschleunigenden gesellschaftlichen Wandel, der die meisten überfordert, um mit Hilfe der vielen Frustrierten selbst an die Macht zu kommen. Sie richten die Unzufriedenheit der zerstreuten Wählermasse gegen die etablierten großen Parteien, die die Ungleichheit der Lebensverhältnisse zwischen Mehrheit und Minderheit, die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, zwischen Hunger und Luxus, Ohnmacht und Macht im nationalen und im internationalen Rahmen nur verwalten und beschönigen, statt diese Verhältnisse zu verändern.

Sie werden gehört, und für sie wird gestimmt, weil sie inmitten allgemeiner Alternativlosigkeit eine fatale, wenn auch gewaltträchtige Alternative anbieten: Die Homogenisierung der eigenen Nation durch das Aussperren und die Vertreibung aller »Fremden« und aller Gegner eines solchen »Nation building«, die Schließung der Grenzen, die Privilegierung der gesäuberten »ethnokulturellen« Volksgemeinschaft und eine Politik, die diese zu neuer »Größe« führt.

Dieser Ausweg aus einer wirtschaftlichen und mentalen Krisensituation ist in Europa, vor allem in Deutschland und Österreich, unter dem Namen Faschismus nur allzu bekannt. Tatsächlich sind die neuen völkisch-nationalistischen Strömungen allesamt Erben des historischen Faschismus, der vor zwei, drei Generationen, nachdem die Arbeiterbewegung mit ihrem Projekt, Wirtschaft und Staat grundlegend umzugestalten, gescheitert war, deren Organisationen zerschlug und dann die autoritär disponierten Massen zuerst gegen die »alten Führungseliten« und die als »Volksfeinde« gebrandmarkten Gegner des neuen, totalitären Regimes mobilisierte, um sie schließlich in den zum Scheitern verurteilten Vernichtungskrieg zur Beherrschung Europas zu hetzen. Die Nachfolgegruppen und -parteien der NSDAP werben für ein Programm, das als »Faschismus light« zureichend charakterisiert ist. Es handelt sich um einen geläuterten oder Vermeidungsfaschismus, dessen Ideologen von »Euthanasie« und Holocaust nichts mehr wissen wollen, dessen Adepten allerlei Ersatzbegriffe und -zeichen (Odalsrune, Lambda, »Wolfsgruß«) verwenden und in dessen Schrifttum nicht mehr von »Rassen«, sondern vornehm von »ethnokulturellen Identitäten« die Rede ist. Andersartigen Ethnokulturen wird nicht mehr Unterjochung und Ausrottung angedroht, sondern friedliche Koexistenz verheißen, sofern sie nur bleiben, wo sie sind, nämlich in den Hunger- und Armutszonen unseres Planeten. Würde diese Vision eines ethnokulturellen Pluralismus gewaltsam verwirklicht, entstünde eine Welt der Lager und Apartheidstaaten, unterteilt durch chinesische Mauern und gespickt mit Slums und Ghettos.

Kollektiv als Fata Morgana

Den alten Faschismus und seine aktuellen Derivate eint die Entschlossenheit, mit den traditionellen Eliten und Parteien »aufzuräumen«, eint die Frontstellung gegen die aufklärerisch gesinnten Intellektuellen, die liberale Presse und die »Ideen von 1789«, die nun »Ideen von 1968« heißen. Gestern wie heute geht es um die Verteidigung des bestehenden Wirtschaftssystems durch Einschränkung oder Beseitigung der Repräsentativdemokratie und der Gewaltenteilung und um die exklusive Privilegierung der Angehörigen der jeweiligen ethnokulturellen Gemeinschaft. Dieses Kollektiv ist eine Fata Morgana, ein gefährlicher Wunschtraum, der nicht nur das Ringen sozialer Klassen um ihren Anteil am Mehrprodukt propagandistisch ignoriert, bevor er es gewaltsam stillzustellen sucht, sondern auch die bald latente, bald offene Feindschaft der vergesellschafteten Individuen gegenüber einer »Kultur«, die ihnen mehr abverlangt, als sie ihnen gibt. Das Ignorieren zieht das Reprimieren nach sich. Und nicht nur die Geschichte des Faschismus lehrt, dass Menschen bereit sind, für die Verwirklichung von Illusionen (wie der Herrschaft der deutschen »Herrenrasse« über Europa) zu sterben und Millionen anderer Menschen umzubringen, die der Etablierung und Expansion einer arischen »Ethnokultur« im Wege sind.

Die Neofaschisten, die sich als solche deklarieren, und ihre Brüder im Ungeist, die als geläuterte Autoritäre auftreten, sind Identitätsfetischisten. Als solche haben sie allen Grund, sich gegen die Tradition der Aufklärung zu stellen. Inmitten der ständisch gegliederten, mittelalterlichen Feudalgesellschaft bildeten sich seit Beginn des zweiten Jahrtausends unserer Zeitrechnung in Europa (und nur in Europa) Gewerbe- und Handelsstädte mit einem wehrhaften Bürgertum als Keimzellen einer neuartigen Sozietät heraus. Direkte, bodenvermittelte Herrschaftsverhältnisse wurden im Laufe einiger Jahrhunderte durch indirekte, marktvermittelte abgelöst. Individuen, vereinzelte Einzelne, wurden durch die Auflösung feudaler Gefolgschaften freigesetzt und konnten auch ohne Stammes- und Sippenrückhalt als freie Lohnarbeiter in Heeren und Manufakturen überleben. An die Stelle von ererbten, zugeschriebenen Identitäten (Positionen, Berufe) traten allmählich erworbene. Die Menschenrechte, die großen Gruppen noch immer vorenthalten werden, und die Autonomieideale, von denen sich heutzutage die meisten überfordert fühlen, wurden im ausgehenden 18. und im frühen 19. Jahrhundert in den fortgeschrittenen europäischen Staaten formuliert. Als in dem Jahrhundert zwischen 1820 und 1920 die große Mehrheit der Bevölkerung der kapitalistischen Gesellschaften ihren Selbständigkeitsstatus einbüßte und sich in ein Heer von abhängig Beschäftigen verwandelte, begann die Ära der massenfeindlichen Massenbewegungen, die Sigmund Freud 1920 als erster analysiert hat. In ihnen rotten sich die Lohnabhängigen, die keine Chance mehr sehen, sich und ihre Familien aus eigener Kraft zu erhalten und vielleicht auch ein Stück vom guten Leben zu ergattern, zusammen und bilden unter Preisgabe von Autonomie und Eigensinn neuartige Gefolgschaften, die bereit sind, um der Realisierung einer gemeinsamen Phantasie von »kollektiver Größe« willen ihren Führern nicht nur nach Stalingrad oder El-Alamein zu folgen, sondern auch in deren Menschenschlachthäusern Dienst zu tun. Solche künstlichen Massen, die sich im Rahmen und auf der Grundlage von modernen, marktförmigen, also geldvermittelten Sozialverhältnissen formieren, lassen sich gegen jederlei innergesellschaftliche Opposition und gegen jedweden äußeren Feind (seien es die angelsächsischen »Plutokratien« oder die »jüdisch-bolschewistische« Sowjetunion) einsetzen.

Unstillbarer Hunger

Die Ablösung direkter, also konkreter, personaler Herr-Knecht-Beziehungen durch Formen indirekter Herrschaft (die mit Hilfe von Geld oder Kapital ausgeübt wird) forderte den Generationen, die diesem Prozess unterlagen, enorme Abstraktionsleistungen ab. Herrschaft wurde in der modernen Gesellschaft entpersonalisiert, also versachlicht. Wurde die Überwindung der traditionalen Gesellschaft in zahllosen Handwerker- und Bauernaufständen und politischen Revolutionen erkämpft, so hat die Durchsetzung der modernen Gesellschaft, die sich als eine Reihe von Katastrophen präsentiert und deren Realisierung weder national noch international abgeschlossen ist, nicht nur Bewegungen provoziert, die über die Lohnsklaverei hinauskommen wollen, sondern auch eine lange Reihe von Gegenbewegungen, die wie die faschistischen hinter sie zurückgehen wollen. Kapitalistische Modernisierung besagt, dass gemeinschaftliche (traditionale) Lebensformen durch gesellschaftliche auf- und abgelöst werden. Und Menschen, die von Abstrakta beherrscht werden (von »der Wirtschaft«, »den Märkten«, »der Politik«) entwickeln einen unstillbaren, regressiven Hunger nach der Ersetzung solcher Abstrakta durch Konkreta. Dieser Hunger wird von den autoritären und faschistischen Strömungen gestillt. An die Stelle abstrakter, darum unverständlicher Gesetzgebungs- und Rechtsprechungsverfahren tritt dann ein »Sonderrecht«, das nur dem »eigenen« Volke »dient«; anstelle von Imperialismus und Kapitalismus treten Wall Street und Kreml – oder kurz: »der Jude«. Anstelle des »Bösen«, das nach der maßgeblichen christlichen Lehre allen Menschen innewohnt, erscheint der »Volksfeind«, und der ungeliebte »eigene« Gott und seine Religion werden in Gestalt des »fremden« Gottes und der ihm zukommenden Riten bekämpft.

Die Technik der Demagogen besteht wesentlich in Personalisierung (oder Komplexitätsreduktion): Abstrakte Begriffe werden durch pseudokonkrete ersetzt, die feindliche und unverständliche Welt wird versimpelt, verbiedert und auf diese Weise angreifbar gemacht. Der Gefolgschaftsmensch glaubt zu wissen, wie das Weltgeschehen funktioniert und wer dafür verantwortlich ist. Und er will sich für alle erfahrene Unbill endlich einmal an den »wahren Schuldigen« rächen.

Fauler Zauber

Der Glaube an Identität und die Rede von »Identitäten« ist längst als eine (wie immer nützliche) Legende erkannt worden. In der Mitte des 18. Jahrhunderts hat David Hume (1748) die personale Identität als eine gewohnheitsmäßige Selbsttäuschung erkannt. 150 Jahre nach ihm hat der Aufklärer Freud die Ich-Instanz, die Descartes (1641) noch für den Fels in der Brandung des universalen Zweifels hielt, mit dem »Dummen August« im Zirkus verglichen, der beständig vorgibt, alles, was ihm zustößt, sei von ihm selbst veranstaltet. Der vermeintliche Substanzbegriff »Identität« ist auf diese Weise allmählich entzaubert und zu einem Funktionsbegriff geworden. Ähnlich steht es mit den Begriffen kollektiver Identität. Längst ist die biologistische Rede von den »Volkscharakteren« als fauler Zauber entlarvt. Und in den achtziger und neunziger Jahren dämmerte es Soziologen und Historikern im Zeichen der »Drittwelt«- und Balkankriege, dass auch die Nationen nur Funktionsbegriffe sind, es sich dabei also um »erfundene« (Benedict Anderson), imaginäre Gemeinschaften handelt. Als Feinde der Aufklärung versperren sich die »Identitären« von heute solchen Reflexionen. Sie glauben an die Substanz ihrer nationalen oder auch europäischen »Ethnokultur«, so wie andere Glaubensgemeinschaften an die »unbefleckte Empfängnis«, die heilige Wandlung oder an die Auferstehung des Fleisches glauben. Je fragwürdiger eine Doktrin ist, desto fanatischer wird sie von ihren Nutznießern verteidigt.

Der Vergleich unserer heutigen Situation mit der in den späten zwanziger- und frühen dreißiger Jahren ist lehrreich. Die aktuellen Ideologien der heutigen autoritären Parteien und Gruppierungen sind alter, sauer gewordener faschistischer Wein in neuen Schläuchen. 70 Jahre nach dem Holocaust sind die Juden als bevorzugtes Hassobjekt durch die Muslime ersetzt worden, und auch diese werden beschuldigt, demnächst die Herrschaft in Europa übernehmen zu wollen. Der ethnokulturelle Volkskörper bedarf wie im Frankfurt, Berlin und Wien der dreißiger Jahre einer »Reinigung«, damit er erwache, sich aufrichte und zu seiner wahren »Größe« zurückfinde. Sowenig Russland 1917 die »Weltrevolution« brauchte, wie jüngst einer von Wladimir Putins Ideologen schrieb, sowenig braucht nach Meinung der Neonazis die deutsche Nation heute die Nichteuropäer. Sie muss sie sich vom Leibe halten. Im Unterschied zur Gegenwart gab es bis 1933 in Deutschland und bis 1934 in Österreich noch starke revolutionäre und reformistische Arbeiterorganisationen, die sowohl für die bürgerlichen Kräfte als auch für die Nazis ein Risiko darstellten. Eine solche innergesellschaftliche Opposition gibt es gegenwärtig nicht. Das ist eine Langzeitfolge des Massenterrors der totalitären Regime und des »Kalten Krieges« der Nachkriegszeit.

Anstelle von Massenorganisationen, die sich nicht nur gegen den Strom richten, sondern ihn umzulenken suchen, gibt es heute nur eine wache Minderheit kritischer Intellektueller und politischer Kleingruppen, die (mehr oder weniger) in der Lage ist zu verstehen, was vorgeht. Diese Minderheit hat eine Überlebenschance nur dann, wenn sie es versteht, den politischen Dialog mit der desorientierten, zerstreuten Masse aufzunehmen und sie gegen die Sirenengesänge der deutschen und österreichischen Trumps, Erdogans, Orbáns, Putins und ihrer Gefolgsleute zu immunisieren.

1 »Das Ziel des praktischen Denkens ist die Identität (...).« Sigmund Freud (1895): Entwurf einer Psychologie. Gesammelte Werke, Nachtragsband. Frankfurt am Main 1987, S. 468.

2 »Hat ein Volk (…) sehr viel Festes, so ist dies ein Beweis, dass es versteinern will und ganz und gar Monument werden möchte (…). Der also, welcher den Deutschen wohl will, mag für seinen Theil zusehen, wie er immer mehr aus dem, was deutsch ist, hinauswachse.« Friedrich Nietzsche (1886): Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister. Aphorismus 323. Sämtliche Werke (krit. Studienausgabe) II. Band. München 1980, S. 512.

3 Vgl. dazu Oliver Decker et al.: Die Mitte in der Krise. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland. Berlin 2010; Sebastian Kuschel: »Nicht links, nicht rechts – identitär«? Eine Analyse der ›Identitären Bewegung‹ in Deutschland. München 2013; Julian Bruns et al.: Die Identitären. Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa. Münster 2016.

Helmut Dahmer, Jahrgang 1937, ist Soziologe und Publizist und lebt in Wien. Er ist Herausgeber der kommentierten deutschen Ausgabe der Schriften Leo Trotzkis, war bis 2002 Professor für Soziologie in Darmstadt und bis 1992 Mitherausgeber und Redakteur der psychoanalytischen Zeitschrift Psyche

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