Aus: Ausgabe vom 22.04.2017, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

Zeise spricht Klartext

Zu jW vom 8./9. April: »Probleme der ­Kapitalexporteure«

Schön, dass Lucas Zeise bezüglich der innerkapitalistischen Auseinandersetzungen in den USA Klartext spricht (»Seine Mitkapitalisten werden ihm etwas husten …«)! Ein realer Einzelkapitalist ist eben keineswegs ein ideeller Gesamtkapitalist. Und erst recht natürlich kein Arbeiterführer, als welchen ihn einige verwirrte Arbeiter in den USA gewählt haben sollen.

Ortwin Zeitlinger, Berlin

Ergebnis gefälscht

Zu jW vom 19. April: »Dschihadisten gratulieren«

Hayir-Stimmzettel auf der Müllhalde, Wahlbezirke ohne eine einzige Hayir-Stimme, sogar auch noch im Kurdengebiet – es wird immer klarer, dass das Ergebnis komplett »gezinkt« ist, also gefälscht wurde. Unter »sauberen« Bedingungen hätte es wohl etwa 60:40 für das Nein gegeben. Was aber weder Erdogan noch das Großkapital im In- und Ausland »juckt«. Bald wird es, wenn der Widerstand zu schwach ist und das Ausland diese Resultate einfach hinnimmt, wohl ähnliche Prozentsätze für den Staatsführer (»Reis«) geben, wie sie Deutschland nach dem März 1933 für den »Führer« vorwies …

Volker Wirth, Berlin

Fortschrittliche Politik möglich

Zu jW vom 21. April: »Favorit der Jungen«

(…) Die Entwicklung in Frankreich zeigt, dass fortschrittliche Politik heute durchaus möglich ist und dass es gelingen kann, Bevölkerungsgruppen, die sich von der Politik abgewandt haben oder von der Sozialistischen Partei abgeschrieben wurden, zu mobilisieren. (…) Spiegel, FAZ und Co. berichten und vertreten dabei ihre neoliberalen Standpunkte und Interessen. Sie sind sich wohl darüber im klaren, dass ein Erfolg Jean-Luc Mélenchons natürlich auch für die politische Entwicklung in Deutschland eine Bedeutung hätte. Es ist wohl kein Zufall, dass Wolfgang Schäuble wegen der guten Umfrageergebnisse von Mélenchon besorgt ist. (…)

M. Snurawa, Frankreich

Bundeswehr mitverantwortlich

Zu jW vom 8./9. April: Leserbrief »Zweierlei Maß«

(…) Bundeswehr-Einheiten aus Schleswig/Jagel und Büchel trugen mit ihren von Kampfflugzeugen ausspionierten Bildern zum Tod von mindestens 33 Zivilisten in Syrien bei. Aufklärungs-»Tornados« der Bundeswehr haben am 19. März Bilder eines Gebäudekomplexes in Al-Mansura nahe der syrischen Stadt Rakka an die US-geführte »Koalition der Willigen« geliefert. In der Nacht vom 21. auf den 22. März bombardierten Flugzeuge der Kriegsallianz diese ausspionierten Gebäude. Nach Angaben regierungskritischer Organisationen aus Syrien wurden dabei 33 Zivilistinnen und Zivilisten, darunter mehrere Kinder, getötet. Drei Tage später überflogen Bundeswehr-»Tornados« die ehemalige Schule erneut, um die durch das Bombardement angerichteten Schäden zu begutachten.

Seit zehn Jahren liefern Soldatinnen und Soldaten des Luftwaffengeschwaders »Immelmann« aus Schleswig/Jagel ausgearbeitete militärische Lagebilder, die aus gesammelten Daten von »Tornados« und Drohnen gewonnen werden. Die Bundeswehr-Soldatinnen und -Soldaten sind dadurch mitverantwortlich für den Terror der Kriegshandlungen. (…)

Ralf Cüppers, per E-Mail

Alle Kampfstoffe vernichtet

Zu jW vom 8./9. April: »Sprengköpfe gegen das Völkerrecht«

Es ist doch wieder einmal erstaunlich, wie schnell der Westen, allen voran die USA, die legitime syrische Regierung beschuldigt, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Nur zur Erinnerung: Durch die UNO wurde bestätigt, dass alle Kampfstoffe der syrischen Armee vernichtet wurden, unter internationaler Beteiligung. Dafür gab es dann auch den Nobelpreis für die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW). (…)

Wolfgang Herzig, per E-Mail

Feigenblatt für Ausbeutung

Zu jW vom 13. April: »Schwere Geburt«

»Insbesondere gilt es, den sozialstaatlichen Konsens zu erneuern und die Privatisierung sozialer Risiken zu beenden«, so der Präsident des Sozialverbands, Adolf Bauer. Genau das Gegenteil wird eintreten. Die Vertreter des deutschen und internationalen Finanz- und Monopolkapitals, die als dessen Lobbyisten im Bundestag sitzen, werden keine Ruhe geben, bis die Renten- und Krankenversicherung, das Bildungswesen, Verkehr- und Nachrichtenwesen und alles andere, was da noch nicht privatisiert ist, zu AGs umfunktioniert sind. Alles andere ist Träumerei. Das Recht und die Macht sind in den Händen der internationalen Finanzoligarchie. Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst weiter. Das ist ein Fakt. Dieser kosmetisch geschönte Bericht, der das Papier nicht wert ist, auf dem er gedruckt ist, dient den Damen und Herren im Bundestag nur als Feigenblatt für die Forcierung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen – sonst nichts. (…)

Gerhard Hoffmann, per E-Mail

Mehr Teilnehmer beim Ostermarsch

Zu jW vom 18. April: »Positive Bilanz«

Das Foto vom diesjährigen Berliner Ostermarsch ist toll! Aber Eure Zahlen sind falsch! Seit wann schreibt Ihr von den »Qualitätsmedien« ab oder unterbietet sie gar? Die sprachen zunächst von 500 Teilnehmern, später konnte man die Zahlen 1.000 und 1.500 hören, und noch später – in der Berliner »Abendschau« – waren es plötzlich schon über 2.000. Wenn Euer Reporter nur nachgefragt hätte … In Berlin-Schöneberg waren mindestens 3.000 Menschen auf den Beinen. Schätzungen von Leuten – wie mir –, die von Anfang bis Ende dabei waren, nannten die Zahl 5.000. Und die ist nicht mal übertrieben. Die Hauptstadt Berlin hätte jedenfalls von der jW einen ordentlicheren Bericht verdient. (…)

Monika Nehr, per E-Mail

Hayir-Stimmzettel auf der Müllhalde, Wahlbezirke ohne eine einzige Hayir-Stimme, sogar auch noch im Kurdengebiet – es wird immer klarer, dass das Ergebnis in der Türkei komplett »gezinkt« ist.