Aus: Ausgabe vom 18.04.2017, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Effekthascherei

Tatort »Preis des Lebens« | So., 20.25 Uhr, ARD

1_Tatort_Preis_des_Lebens_PW15.jpg
Kindermörder, verzweifelte Eltern, zu allem bereit, und die entführte Tochter eines Kriminalkommissars. Das ist der Stoff aus dem ein hanebüchener Sonntagabendfilm entstand

Kindermörder, verzweifelte Eltern, zu allem bereit, und die entführte Tochter eines Kriminalkommissars. Das ist der Stoff aus dem ein hanebüchener Sonntagabendfilm entstand. Natürlich hat man sich schon daran gewöhnt, in der »Tatort«-Reihe nur noch ganz selten einen soliden Krimi zu bekommen, sondern nur noch Effekthascherei, die nach Meinung deutscher TV-Regisseure wohl Spannung versprechen soll. Doch der deutsche Fernsehzuschauer ist zäh – und so quält er sich Woche für Woche durch absurde Plots und schlechte Dialoge, immer in der Hoffnung, eine Perle der Fernsehunterhaltung zu finden. Die gibt es, aber dafür muss man über den Tellerrand hinausblicken. Denn sie werden nicht in Deutschland produziert und in der Primetime am Sonntag abend gesendet, sondern kommen aus Skandinavien, Frankreich oder Großbritannien. Und diese originellen Filme werden im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gerne in die Nachtstunden und auf Spartensender verbannt. Zum Glück ist man heute nicht auf lineares Fernsehen angewiesen. (cwr)

Lesen und lesen lassen (Login erforderlich) Ich will auch!
Mehr aus: Feuilleton