Aus: Ausgabe vom 07.04.2017, Seite 1 / Ausland

Aufregung in St. Petersburg

Neuer Bombenfund in russischer Metropole. Ermittler nehmen nach U-Bahn-Anschlag Verdächtige fest

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Verwandte der Opfer des U-Bahn-Anschlags in St. Petersburg während eines Gedenkgottesdienstes am Mittwoch

Russische Ermittler haben drei Tage nach dem Anschlag in der St. Petersburger U-Bahn einen weiteren Sprengsatz in einer Wohnung in der Millionenstadt gefunden. Dieser ähnle der nicht explodierten Bombe, die am Montag in einer Metrostation entdeckt wurde, hieß es am Donnerstag in Sicherheitskreisen. Mehrere Personen wurden festgenommen. Einem Bericht der Agentur Interfax zufolge handelt es sich um mutmaßliche Komplizen des Attentäters. Ein Einwohner sagte, er habe gesehen, wie die Polizei vier junge Männer mitgenommen habe, die in seiner Nachbarswohnung im achten Stock gelebt hätten.

Am Montag war in der U-Bahn eine Splitterbombe explodiert. Dabei starben 14 Menschen, 50 wurden verletzt. Russische Ermittler haben nach Medienberichten drei mögliche Komplizen des Attentäters festgenommen. Die Verdächtigen aus Zentralasien seien am Donnerstag morgen in einer Wohnung am Stadtrand gefasst worden, meldete Interfax. »Es wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt überprüft, ob es eine Verbindung zu Akbarschon Dschalilow gibt«, sagte eine Quelle in den Sicherheitsbehörden der Agentur. Die Ermittler haben den 22jährigen Dschalilow aus Kirgistan als Attentäter des Anschlags in der U-Bahn identifiziert.

Am Mittwoch hatten die Ermittler sechs Verdächtige aus zentralasiatischen Ländern fest, die »Terroristen« hätten anwerben wollen. Mit dem U- Bahn-Anschlag hatten diese Festnahmen den Ermittlern zufolge aber nichts zu tun.

Meldungen darüber, dass es in einem Wohnhaus unweit des jüngsten Bombenfunds in St. Petersburg am Donnerstag zu einer weiteren Explosion gekommen sei, erwiesen sich unterdessen als falsch. Tatsächlich soll es einen lauten Knall gegeben haben, wobei sich ein Teil der Fassade des betroffenen Wohnhauses gelöst habe, wie RIA eine frühere Nachricht korrigierte. (dpa/Reuters/jW)

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