Aus: Ausgabe vom 18.03.2017, Seite 1 / Inland

»Fairer« Welthandel gewünscht

Differenzen beim Treffen der G-20-Finanzminister in Baden-Baden. Trump empfängt Merkel

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Finanzminister Wolfgang Schäuble (3. v. r.), links neben ihm Bundesbankpräsident Jens Weidmann, auf dem G-20-Treffen in Baden-Baden (17. März)

Beim G-20-Treffen am Freitag in Baden-Baden waren die Finanzminister und Notenbankchefs um eine gemeinsame Erklärung bemüht. »Ich bin zuversichtlich, dass wir in einer nicht einfachen Diskussion mit auch neuen Partnern doch zu einem guten Ergebnis kommen«, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zum Auftakt des zweitägigen Treffens. »Die gemeinsame Überzeugung ist, dass wir auf diese Art unseren Beitrag leisten können, um die Weltwirtschaft einigermaßen auf stabilem Kurs zu halten.« In ihrer gemeinsamen Abschlusserklärung bekennt sich die G20-Gruppe üblicherweise zum »Freihandel«. Der seit knapp zwei Monaten amtierende US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach betont, er werde in seiner Handels- und Steuerpolitik amerikanische Interessen voranstellen. »Nach meinen Treffen mit meinen neuen Kollegen aus den USA und China bin ich zuversichtlich, dass wir auch in schwierigen Zeiten die Dinge voranbringen können«, bekräftigte Schäuble. Sein US-amerikanischer Amtskollege Steven Mnuchin habe ihm bei einem Vier-Augen-Gespräch am Vortag in Berlin versichert, die USA seien »für Freihandel und auch sehr dafür, dass wir das in Baden-Baden so gemeinsam festlegen«. Mnuchin hatte am Donnerstag in Berlin erklärt: »Wir wollen einen ausgewogeneren Handel.« Mit der Ergänzung, der »freie Handel« müsse »aber auch fair sein«. Abkommen weltweit müssten auf Wechselseitigkeit beruhen. Am Rande des Treffens in Baden-Baden kritisierten mehrere Verbände die Weltfinanzpolitik. Sie forderten eine gerechtere Steuerpolitik und Schuldenerleichterungen.

Für Freitag abend (nach jW-Redaktionsschluss) war ein erstes Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Washington angesetzt. Vor ihrem Abflug hatte sich Merkel von der chinesischen Regierung Mut zusprechen lassen. »Bundeskanzlerin Angela Merkel und der chinesische Staatspräsident Xi Jinping haben heute in einem Telefonat bekräftigt, sich gemeinsam für freien Handel und offene Märkte einzusetzen«, hatte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch mitgeteilt. (dpa/Reuters/jW)

Siehe Seiten 5 und 9

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