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IWF-Chefin Lagarde muss vor Gericht

Paris. Wegen einer Millionenzahlung aus ihrer Zeit als französische Wirtschaftsministerin (2007–2011) muss IWF-Chefin Christine La­garde (Foto) vor Gericht. Frankreichs Oberster Gerichtshof machte am Freitag den Weg für das Verfahren frei. Lagarde wird vorgeworfen, sie könne regelwidrig eine Entschädigungszahlung von rund 400 Millionen Euro an Bernard Tapie ermöglicht haben. Der Geschäftsmann hatte sich von der früheren Staatsbank Crédit Lyonnais beim Verkauf seiner Anteile am deutschen Sportartikelhersteller Adidas geprellt gesehen und deswegen geklagt. Anfang Dezember 2015 hatte ein Berufungsgericht Tapie verurteilt, die Summe zurückzuzahlen. In der Angelegenheit war Lagarde mehrfach von Ermittlern vernommen worden. Sie bezeichnete die Vorwürfe aber stets als »völlig unbegründet«. Im Falle einer Verurteilung drohen ihr bis zu einem Jahr Gefängnis und 15.000 Euro Strafe. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 23.07.2016, Seite 1, Ausland

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