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Aus: Ausgabe vom 04.06.2016, Seite 3 / Schwerpunkt

Weltfestspiele: Treffen in Caracas

In Caracas ist am Freitag (nach jW-Redaktionsschluss) das erste internationale Vorbereitungstreffen für die 19. Weltfestspiele der Jugend und Studenten eröffnet worden. Bereits im Februar war bei einer Tagung des Weltbundes der Demokratischen Jugend (­WBDJ) in Havanna beschlossen worden, dass das Festival im kommenden Jahr in Russland stattfinden soll. Unklar blieb zunächst jedoch, ob das in Moskau sein wird, wie es der WBDJ favorisiert, oder in Sotschi, wie es die russische Regierung will. Differenzen gab es auch über die inhaltliche Ausrichtung des traditionsreichen antiimperialistischen Jugendfestivals. Die meisten Mitgliedsverbände des WBDJ wollen auf den Weltfestspielen auch den 100. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution feiern – was der Regierung in Moskau offenbar nicht ganz geheuer ist. Fünf Tage lang diskutieren jetzt also Vertreter von Jugendverbänden aus 80 Ländern in der venezolanischen Hauptstadt über den genauen Zeitraum und den Austragungsort des Festivals, über Motto, Logo und Aufruf.

Traditionell hätte das Vorbereitungstreffen in Quito stattfinden sollen, wo 2013 die 18. Weltfestspiele stattgefunden haben. Das sei jedoch durch das schwere Erdbeben unmöglich gemacht worden, das Ecuador im April heimsuchte, erklärte WBDJ-Generalsekretär José Ángel Maury de Toro. Deshalb habe man sich entschieden, in Caracas zusammenzukommen, wo das Festival 2005 stattfand. Das sei zugleich auch die Gelegenheit, Venezuela die Solidarität der antiimperialistischen, fortschrittlichen und demokratischen Jugend der Welt zu demonstrieren, betonte Maury de Toro. Die Bolivarische Republik leiste unerschütterlich Widerstand gegen einen brutalen Angriff der inneren und äußeren Reaktion, so der WBDJ-Generalsekretär.

Deshalb soll es am Montag im Teresa-Carreño-Theater im Zentrum von Caracas eine zentrale Solidaritätsveranstaltung für Venezuela geben, zu der auch Staatspräsident Nicolás Maduro erwartet wird. Das kündigte der Generalsekretär der Kommunistischen Jugend Venezuelas (JCV), Héctor Alejo Rodríguez, an. »Es ist eine Ehre, dass unser Land ausgewählt worden ist, das erste internationale Vorbereitungstreffen der Festivalbewegung, die im kommenden Jahr ihren 70. Jahrestag feiert, empfangen zu dürfen«, sagte er bei einer Pressekonferenz in Caracas. Das erste internationale Jugendfestival hatte 1947 in Prag stattgefunden.

Die nächsten Vorbereitungstreffen sollen im kommenden November in einem afrikanischen Land sowie im April 2017 in Sri Lanka stattfinden. Das vierte und letzte Treffen ist dann kurz vor Eröffnung des Festivals für Oktober 2017 in Russland vorgesehen. (scha)

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