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USA: NSA zieht Konsequenzen

Aspen. Die US-Geheimdienste verschärfen als Konsequenz aus den Enthüllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden den Zugang zu sensiblen Daten. NSA-Chef Keith Alexander sagte am Donnerstag bei einem Sicherheitsforum in Aspen, für den Zugang zu Geheimdienst-Serverräumen trete eine »Zwei-Mann-Regel« in Kraft, wie sie auch auf Atomwaffen-Stützpunkten gelte. Die neuen Regeln gälten für Systemverwalter und alle Personen, die Zugang zu Serverräumen hätten.

Zudem werde auch die Zahl der Personen reduziert, die die Befugnis hätten, in Sicherheitsbereichen auf transportable Speichermedien wie mobile Festplatten zu schreiben, kündigte Alexander an. Verteidigungsstaatssekretär Ashton Carter sagte, die verschärften Sicherheitsmaßnahmen gälten ab sofort. Auch die Praxis, umfassende Erkenntnisse auf einem einzigen Server zu speichern, werde überprüft. »Alles auf einen Server zu laden ist etwas, das wir nicht machen können, weil es zuviel Informationen an einer Stelle zusammenfaßt«, sagte Carter.
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Die US-Behörden sind nach Angaben des NSA-Chefs über das ganze Ausmaß der Datenmitnahme durch Snowden im Bilde. Man wisse genau, was er von den Geheimdienstservern heruntergeladen habe. Carter bezeichnete den Schaden für die Geheimdienste als »sehr substantiell«. In Sicherheitskreisen hatte es geheißen, Snowden habe mindestens einige zehntausend geheimer Dokumente an sich gebracht. Unterdessen haben Dutzende IT-Unternehmen und Bürgerrechtsorganisationen eine Freigabe weiterer Informationen über das Spionageprogramm Prism durch die US-Regierung verlangt. In einem Schreiben an Regierung und Kongreß fordern Google, Facebook, Apple und andere um ihren Ruf fürchtende Unternehmen mehr Informationen über Spionageanfragen der US-Geheimdienste zu veröffentlichen.

(Reuters/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 20.07.2013, Seite 6, Ausland

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