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Chemiewaffen im Einsatz?

Die Tatsache, daß US-Präsident Barack Obama Mitte 2012 in einer öffentlichen Erklärung den Einsatz von Chemiewaffen durch die Regierung Baschar Al-Assadds als »rote Linie« für eine Militärintervention auf seiten der Aufständischen benannt hatte, war – womöglich auch ungewollt – eine Einladung an eben diese »Rebellen«, einen solchen Vorfall zu manipulieren. Die Voraussetzung dafür, nämlich ein hohes Maß an Skrupellosigkeit und extremer krimineller Energie, haben die sunnitischen Gewaltextremisten bereits wiederholt unter Beweis gestellt, z.B. mit Massenexekutionen andersgläubiger Männer, Frauen und Kinder, nur um dann gegenüber den Medien die Assad-Regierung dafür verantwortlich zu machen.

Laut US-Geheimdienst CIA besteht ein großer Teil der syrischen Chemiewaffen, welche sich Damaskus als strategische Abschreckung bereits in den 1970 und 80er Jahren gegen eine erneute Invasion Israels zugelegt hat, aus Sarin. Für den Einsatz kleiner Mengen Sarin gegen eine Handvoll Zivilisten in Syrien will nun Frankreich angeblich unanfechtbare Beweise haben, und natürlich macht Paris die Assad-Regierung dafür verantwortlich.
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Es sollte jedoch zu denken geben, daß Ende Mai im Irak eine Zelle des Terrornetzwerkes Al-Qaida zerschlagen wurde, die Giftgas herstellen wollte. Die Geheimdienste des Verteidigungsministeriums hätten von Anfang an Kenntnis von zwei Produktionsstätten für Sarin und Senfgas in der Hauptstadt Bagdad und einer weiteren in der Provinz gehabt, sagte ein Ministeriumssprecher am 1. Juni. Die irakischen Dschihadisten standen in enger Verbindung zur Al-Nusra-Gruppe, die als kampfstärkste Einheit der »Freien Syrischen Armee« gilt. Zu denken geben müßte auch, daß bei der Festnahme einer Gruppe von Al-Nusra-Kämpfern in der Südtürkei unlängst ein Behälter beschlagnahmt wurde, der »chemische Substanzen« enthalten hatte. Inspektoren des UN-Menschenrechtsausschusses gehen davon aus, daß Rebellen Sarin gegen Zivilisten eingesetzt haben, um entsprechende internationale Reaktionen gegen Damaskus zu provozieren. Entsprechen zurückhaltend hat der schwedische Wissenschaftler Ake Sellstrom im Auftrag der UNO die französischen »Beweise« für einen Sarin-Einsatz durch Assads Truppen entgegengenommen. (rwr)
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Erschienen in der Ausgabe vom 11.06.2013, Seite 3, Schwerpunkt

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