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23.10.2012
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Verlegt
Knapp zwei Wochen nach Bestätigung des Hafturteils gegen zwei Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot sind die Musikerinnen in Straflager gebracht worden. Marja Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa seien am Wochenende verlegt worden, erklärte ihr Anwalt am Montag. Die Aktivistinnen, die neulich beim Deutschen Presserat eine Beschwerde über die FAS wegen Behauptung falscher Tatsachen einreichen wollten, waren wegen einer Protestaktion gegen Präsident Putin in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht bestätigte das Urteil, erließ aber der dritten Angeklagten, Jekaterina Samuzewitsch, die Gefängnisstrafe.
Die FAS hatte die Aktivistinnen als erste deutsche Zeitung sehr kritisch betrachtet; die Edition Nautilus hingegen plant, auf den Solidaritätszug zu springen. »Pussy Riot! Ein Punk-Gebet für Freiheit«, mit Briefen, Plädoyers sowie Songtexten und Gedichten, darunter das inkriminierte Punk-Gebet, erscheint Anfang Dezember. Für den 12. Dezember ist auf Initiative des internationalen literaturfestivals berlin ein internationaler Solidaritätstag für Pussy Riot ausgerufen worden. Auch das Europaparlament und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte werden sich mit dem Fall beschäftigen. (dapd/jW)
Die FAS hatte die Aktivistinnen als erste deutsche Zeitung sehr kritisch betrachtet; die Edition Nautilus hingegen plant, auf den Solidaritätszug zu springen. »Pussy Riot! Ein Punk-Gebet für Freiheit«, mit Briefen, Plädoyers sowie Songtexten und Gedichten, darunter das inkriminierte Punk-Gebet, erscheint Anfang Dezember. Für den 12. Dezember ist auf Initiative des internationalen literaturfestivals berlin ein internationaler Solidaritätstag für Pussy Riot ausgerufen worden. Auch das Europaparlament und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte werden sich mit dem Fall beschäftigen. (dapd/jW)
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