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Busch zum 111.

Von Jochen Fischer
Der Freiheitschor »Seid stark und traut auf eure Kraft« aus dem Oratorium »Joseph« von Georg Friedrich Händel war das Leitmotiv der beiden Konzerte, die der Ernst-Busch-Chor anläßlich des 111.Geburtstages seines Namenspatrons am Samstag im Berliner Haus der Russischen Wissenschaft und Kultur gab. Aber bevor das Ensemble sein mitreißendes Programm präsentierte, klang Isaak Dunajewskis Sportmarsch »Sonne, Sonne scheine heller, deine goldenen Strahlen breite aus« von der Bühne. Ein Willkommensgruß für Gustav-Adolf Schur, den zweimaligen Weltmeister im Radrennsport und neunfachen DDR-Sportler des Jahres.

Diese Mischung, verantwortlich zeichneten die beiden Dirigenten Kurt Hartke und Thomas Lange, war dann auch genau das, was die Gäste faszinierte, ja gelegentlich verzauberte. Natürlich standen die Titel des legendären Sängers im Programm. Gemeinsam mit ihrem Idol – Busch freilich aus der Konserve – interpretierten die 60-Plus-Sänger das »Lob des Revolutionärs« von Brecht und Eisler. Auffallend bei nahezu allen Titeln war das Bemühen um eine leidenschaftliche, aber auch genaue Intonation sowie homogenen Chorklang. So auch als Mikis Theodorakis’ »Die ganze Erde uns« folgte. Übrigens eins von acht Liedern, die das Ensemble neu im Repertoire hat.
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Bei einem Volkslieder-Potpourri vereinten sich sodann Gastgeber und Gäste zu einem vielhundertstimmigen Gesang. Traditionsgemäß setzten die Mädchen und Jungen der »Marzahner Promenaden-Mischung« unter Leitung von Dr. Bernd Engling unter anderem mit dem Titel »Berliner Jör’n« einen gediegenen Kontrapunkt zum Auftritt des Busch-Chores. Das weitgefächerte Repertoire traf den Nerv des Publikums, weil es berührte, ermunterte und freudig erregte.
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Erschienen in der Ausgabe vom 25.01.2011, Seite 12, Feuilleton

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