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Gestorben

Die argentinische Tageszeitung página 12 nannte sie einen »lebenden Mythos und eine Nationalheldin der Kultur«. María Elena Walsh war eine der Großen in der argentinischen Populärkultur. Sie verfaßte Gedichte, schrieb Drehbücher und Essays, insgesamt 40 Bücher stammten aus ihrer Feder. Berühmt wurde sie aber vor allem durch ihre Kinder- und Folklorelieder, in denen sie die Lyrik wieder zurück in eine Zeit transportierte, in der Lyrik nicht vorgelesen, sondern gesungen wurde.

Walsh erlag am Montag im Alter von 80 Jahren einem Krebsleiden in Buenos Aires. Ihre Kunst war immer politisch. Bereits im Alter von 22 verließ im Jahr 1952 das damals von Juan Domingo Perón regierte Land ins Pariser Exil, weil sie wie viele Künstler das intellektuelle Klima im Land als zu eng empfand. Während der Militärdiktatur zwischen 1976 bis 1983 weigerte sie sich zu Komponieren und vor Publikum aufzutreten. Gleichzeitig erlangten viele ihrer Lieder Symbolstatus in der Widerstandsbewegung. Nach der Rückkehr zur Demokratie im Jahr 1983 erhielt sie neben zahlreichen Literaturpreisen auch Auszeichnungen für ihren Einsatz für die Menschenrechte.


(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.01.2011, Seite 13, Feuilleton

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