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Protest gegen ­Braunkohlenutzung

Schenkendöbern. Rund 200 deutsche und polnische Braunkohlegegner aus von Abbaggerung bedrohten Ortschaften beiderseits der Grenze haben am Wochenende im brandenburgischen Groß Gastrose (Amtsgemeinde Schenkendöbern/Lausitz) gegen den Aufschluß neuer Tagebaue und die geplante CO2-Verpressung demonstriert. »Unsere Stimmen gegen neue Tagebaue und die Vertreibung aus der Heimat müssen jetzt noch lauter werden«, forderte der Cott­buser Bundestagsabgeordnete Wolfgang Neskovic (Linke), dessen Partei in Brandenburg mittlerweile die Seiten gewechselt hat und für die weitere Braunkohleförderung eintritt. Es dürfe kein zweites Horno mehr zugelassen werden, sagte Nescovic mit Blick auf das abgebaggerte Lausitzdorf.

»Unser Volk hat neue Tagebaue abgelehnt, und darauf sind wir stolz«, erklärte ein Mitglied der polnischen Bürgerinitiative aus Gubin. Die Einwohner aus den Gemeinden Gubin und Brody hatten bei einem Bürgerbegehren am 8. November mit über 90 Prozent der Stimmen den Aufschluß neuer Tagebaue abgelehnt. In Brandenburg war ein entsprechendes Volksbegehren gescheitert. Am 3. Januar 2010 soll mit einem internationalen Sternmarsch an der Neiße gegen weitere Tagebaue demonstriert werden.


(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 30.11.2009, Seite 4, Inland

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