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Ohne Party-Service

Wäre er 1987 nicht mysteriös als Fußgänger auf einer Autobahn nahe München tödlich verunglückt, hätte Jörg Fauser am 16. Juli locker das Rentenalter erreichen können. Von diesem sehr intelligenten Stilisten, Journalisten und Dichter stammt der Satz »Wenn Literatur nicht bei denen bleibt, die unten sind, kann sie gleich als Party-Service anheuern.« Gerade ist im Berliner Alexanderverlag der letzte Band seiner Werkausgabe erschienen, der unter dem Titel »Der Strand der Städte« auf mehr als 1600 Seiten Fausers gesamten journalistsichen Arbeiten versammelt.

Heute abend wird ab 20 Uhr im Prater der Berliner Volksbühne, Kastanienallee 7–9, Fausers 65. vorgefeiert. Fauser-Texte lesen der superbe Schriftsteller und jW-Autor Franz Dobler, der Unterhaltungsstachanowist Jürgen Kuttner und die immer leselustige Schauspielerin Inka Loewendorf. Motto: »Ich bin kein netter Mensch, sondern Schriftsteller«. Gezeigt wird auch die TV-Doku »Rohstoff« über Fauser von Christoph Rüter. Dazu spielt der Berliner Gitarrist und Maler Steve Binetti – der Mann, der an einem guten Abend Keith Richards, Jimi Hendrix und Lou Reed in einer Person vereinen kann. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 22.06.2009, Seite 13, Feuilleton

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