Gegründet 1947 Montag, 8. März 2021, Nr. 56
Die junge Welt wird von 2466 GenossInnen herausgegeben

Leserbriefe

Liebe Leserin, lieber Leser!

Bitte beachten Sie, dass Leserbriefe keine redaktionelle Meinungsäußerung darstellen. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zur Veröffentlichung auszuwählen und zu kürzen. Leserbriefe sollten eine Länge von 2.500 Zeichen (etwa 390 Wörter) nicht überschreiten. Kürzere Briefe haben größere Chancen, veröffentlicht zu werden. Bitte achten Sie auch darauf, dass sich Leserbriefe mit konkreten Inhalten der Zeitung auseinandersetzen sollten. Ein Hinweis auf den Anlass Ihres Briefes sollte am Anfang vermerkt sein (Schlagzeile und Erscheinungsdatum des betreffenden Artikels bzw. Interviews). Online finden Sie unter jedem Artikel einen Link »Leserbrief schreiben«.

Einsendungen bitte an: leserbriefe@jungewelt.de

Nur Leserbriefe, die an diese Mailadresse geschickt werden, werden von uns berücksichtigt!

Per Post: junge Welt, Torstr. 6, 10119 Berlin, Kennwort: Leserbriefe

 

Leserbrief zum Artikel Pandemiebekämpfung: Kopfschmerzen wegen »Sputnik V« vom 19.02.2021:

Tödliche Ränkespiele

Als Mitte August 2020 Russland die Nachricht verkündete, dass es den ersten Impfstoff gegen Covid-19, der inzwischen an zahlreichen Freiwilligen, darunter auch einer Tochter von Putin, die an dieser Impfstoffentwicklung mitgearbeitet hat, entwickelt und zugelassen hat, reagierte der Westen mit Distanz und Misstrauen, dass dieser Impfstoff bestimmt nicht sicher sein könne, wenn er so schnell entwickelt und noch nicht klinisch geprüft sei, nach der Devise: »Es kann nicht sein, was nicht sein darf.« Im Oktober 2020 hat Russland auch die klinische Prüfung des Impfstoffs erfolgreich abgeschlossen, mit dem Ergebnis, der Impfstoff sei sicher mit einer Effizienz von circa 92 Prozent und einer Schutzwirkung von zwei Jahren. Außerdem hat Russland verkündet, dass dieser Impfstoff für alle Länder der Welt zu einem günstigen Preis (knapp unter zehn US-Dollar pro Spritze) zugänglich sei. Darüber hinaus kann jedes Land auch die Lizenz des Impfstoffs erwerben und ihn im eigenen Land produzieren, was noch preisgünstiger wäre.
Die EU und andere westlichen Länder blieben nach wie vor skeptisch gegenüber diesem Angebot, das inzwischen viele Leben hätte retten können. Sie warteten lieber auf einen westlichen Impfstoff, weil die westliche Dominanz in der Wissenschaft nicht in Frage gestellt werden darf. Dabei mussten die gleichen Entscheidungsträger im Westen sehr gut wissen, dass Russland eine alte Tradition in der Impfstoffentwicklung hat, schon Katharina die Große profitierte von einem damaligen Impfprogramm gegen die Pocken.
Schließlich kamen kurz vor Weihnachten 2020 die westlichen Impfstoffe auf den Markt, mit übereilten und unter Druck der EU- Politik erlangten Notzulassungen. Die Skepsis der Bevölkerung in die Sicherheit dieser Impfstoffe ist nachvollziehbar: Es handelt sich um eine neue genetische Nanotechnologie, die mindestens zehn Jahre Überprüfung benötigt. Die bereits in den ersten Wochen registrierten schweren Nebenwirkungen auf den geimpften Personen, unter anderem Todesfälle, bestätigen diese Skepsis.
»Sputnik V« wurde dagegen auf erprobte Weise entwickelt, vor dem Hintergrund einer 40jährigen Erfahrung in Russland mit anderen Impfstoffen wie z. B. gegen Ebola, HIV, MERS etc. Inzwischen praktizieren über 20 Länder der Welt die Anwendung von »Sputnik V«, ohne schwere Nebenwirkungen. Die Angaben in dem bekannten medizinischen Zeitschrift Lancet bestätigen die russischen Angaben über den Impfstoff.
Frau von der Leyen blockiert nach wie vor mit unsachlichen Anmerkungen und Forderungen die von Russland beantragte Zulassung dieses Impfstoffes. Die Reaktion der Bevölkerung auf diese deutsche Vorgehensweise, auch aus den Reihen der betroffenen Ärzte, sieht entsprechend aus:
– Der Umgang mit dem Impfstoff ist verantwortungslos und dilettantisch;
– Die geopolitischen Spiele der deutschen Politik, nun mit der Coronaimpfung, bedrohen unser Leben. Das Vertrauen in die Politik ist endgültig dahin.
Olivera Götz
Veröffentlicht in der jungen Welt am 23.02.2021.
Weitere Leserbriefe zu diesem Artikel:
  • Spiel mit dem Feuer

    Während die »Querdenker« und ihre verschiedenen Fraktionen sich um echte gesundheitsrelevante Fragen keinen Deut scheren, während sie politisch wie Dummköpfe agieren, als ob nach Merkels oder Spahns »...
    Dr. Barbara Hug/Schweiz
  • Der Dümmste wird König

    Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass diese Gesellschaft unfähig ist, mit Krisen umzugehen, dann liefert Corona das Paradebeispiel. Tatsächlich wirksame Maßnahmen werden elegant vom Tisch ge...
    Detlev Schulz, Gaggenau

Wir brauchen Dich, Genossin, Genosse! Werde Mitglied in unserer Genossenschaft: www.jungewelt.de/genossenschaft