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Leserbrief zum Artikel Aus Leserbriefen an die Redaktion vom 15.10.2020:

Zum Leserbrief »Analyse statt Apologie«

Man könnte den Gedanken von Bernd Rautenberg vollinhaltlich zustimmen, wenn sich die Diskussion um die Werte der DDR im luftleeren Raum abspielen würde. »Analyse statt Apologie« – wie wunderbar wäre es, wenn es das im Mainstream endlich gäbe. Die Realität aber ist: Die Sieger von 1990 haben mit Häme, Weglassen, Überhöhungen und Verleumdungen die absolute Lufthoheit in der öffentlichen Auseinandersetzung. Da wirkt schon die Erwähnung ausgewählter Errungenschaften dieses kleinen Ländchens wie ein Pflaster auf die wunde Seele jener, die seine Geschichte mit ihrem Herzblut geschrieben haben. Und auch für die Nachgeborenen ist es gewiss nicht uninteressant, dass von heute Erträumtem schon manches einmal Wirklichkeit war.
Joachim Seider

Kommentar jW:

Auf diesen Leserbrief antwortete Ted Wolpers:

Joachim Seider schreibt, man könne sich eine Analyse nicht leisten, weil man aufgrund der antikommunistischen Propaganda gegen die DDR zu etwas Apologie gezwungen sei, dass sei immerhin ein "Trostpflaster". Lieber Herr Seider, von einem Trostpflaster können wir uns auch nichts kaufen.
Es ist ein Dauerfehler Linker aller Strömungen, der Analyse keine Beachtung zu schenken, weil sie glauben, die Analyse ließe sich auf dem Marktplatz der Ideen nicht an den Mann bringen. Das hat Marx in seinem Kapital zum Glück nicht gemacht, sonst wäre sein Hauptwerk nämlich nicht zu gebrauchen gewesen.
Eine richtige Analyse ist eine Waffe, sie ist die Voraussetzung für jede ernsthafte Bemühung, die Gesellschaft zu verändern. Eine Apologie ist das genaue Gegenteil. Statt Klarheit stiftet sie Verwirrung.

Veröffentlicht in der jungen Welt am 16.10.2020.
Weitere Leserbriefe zu diesem Artikel:
  • Antwort auf Leserbrief »Analyse statt Apologie«

    Herr Bernd Rautenberg, ich stimme Ihnen in Ihrer Analyse der übergroßen Mehrheit der DDR-Menschen zu: »Wie dumm muss die Bevölkerung gewesen sein, dass sie diese Zustände nicht nur nicht verteidigt ha...
    Andreas Notroff, Plauen
  • Analyse ist eine Waffe

    Joachim Seider schreibt in seiner Antwort auf den Leserbrief »Analyse statt Apologie«, man könne sich eine Analyse nicht leisten, weil man aufgrund der antikommunistischen Propaganda gegen die DDR zu ...
    Ted Wolpers